Erik K. bekam 2 Jahre und zwei Monate für Brandis und weitere 6 Monate für eine gebrochene Bewährung.

Quelle: Chronikle (14.03.2010)

Nach dem Angriff auf Anhänger_innen und Spieler des Fußballvereins Roter Stern Leipzig am 23. Oktober 2009 bei einem Auswärtsspiel in Brandis laufen seit Ende Februar 2010 die Verhandlungen gegen die Täter. Die ersten Prozesse gegen fünf in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte werden am Amtsgericht in Leipzig geführt; weitere Prozesse finden am Amtsgericht Grimma statt. Chronik.LE dokumentiert die Berichte von Prozessbeobachter_innen.

Prozess wegen Neonazi-Überfall in Brandis: Schuldspruch für Erik K. aus Görlitz

Patrick Limbach

Nach über neun Stunden Verhandlung stand am Donnerstag um 18:00 Uhr fest: Erik K. muss ins Gefängnis. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Ute Pisecki verurteilte den 23-jährigen Anlagentechniker wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen und versuchter gefährlicher Körperverletzung in einem Fall zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 2 Monaten.


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Der Prozess fand unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Besucher mussten sich am Eingang des Leipziger Amtsgerichts und vor Saal 218 aufwändigen Personenkontrollen unterziehen. Das öffentliche Interesse war groß. Über ein halbes Dutzend Kamerateams und Fotografen sowie zahlreiche Journalisten waren zum ersten von unzähligen Prozessen gegen die mutmaßlichen Täter im Fall Brandis gekommen. Gegen die rund 40 Beschuldigten wird einzeln oder in kleinen Grüppchen verhandelt. Für die Opfer, von denen drei als Nebenkläger an den Verfahren teilnehmen, bedeutet dies, dass sie noch einige Male ihre traumatischen Erfahrungen durchleben müssen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Görlitzer Erik K. vor, sich am 24. Oktober vergangenen Jahres an dem gewaltsamen Übergriff auf Fans des als linksalternativ geltenden Fußballclubs „Roter Stern Leipzig“ beteiligt zu haben. Da die Anklage von einer gemeinschaftlich begangenen Tat ausgeht, sei K. als Mittäter zu verurteilen, ganz unabhängig davon, ob er selbst jemandem Schaden zugefügt habe. Bei dem brutalen Überfall wurden vier Anhänger des „Roten Sterns“ teils schwer verletzt. Als sich ein Polizeibeamter zwischen die Fronten warf, wurde er mit einer Metallstange geschlagen, blieb aber unverletzt.

Der Angeklagte sah sich in seiner Einlassung weniger als Täter, sondern vielmehr als neugieriger Zuschauer. Zu Verhandlungsbeginn sagte er aus, dass er am Vortag gemeinsam mit Freunden Bekannte in Leipzig besucht hätte. Nach einem feuchtfröhlichem Abend sei man nach Brandis gefahren, um dort bei einer Freundin zu übernachten. Am nächsten Tag wollte man vor der Rückfahrt noch einmal „an die frische Luft“ gehen. Die Freunde hätten nur zufällig von dem Fußballspiel erfahren.


„Wir wussten nicht, wer spielt“, so K. Als sie am Sportplatz „Zur Freundschaft“ eintrafen, habe dort bereits eine größere Personengruppe vor dem Eingang gewartet. K. und seine Begleiter stellten sich dazu, zahlten Eintritt und betraten den Sportplatz. Als diese Leute begannen, die Anhänger des „Roten Stern“ anzugreifen, sei K. zunächst an seinem Platz stehen geblieben, dann aber „aus Neugier“ den Angreifern hinterhergerannt. Als ein Holzstück in seine Richtung flog, hob er es auf und warf es zurück in Richtung Fans des „Roten Stern“. Dabei wurde er von einem anwesenden Journalisten fotografiert.

Einem Anhänger des „Roten Stern“ wurde das Jochbein zertrümmert, Augenhöhle und Schläfenbein gebrochen sowie das Auge verletzt. Die Netzhaut hatte sich abgelöst. Einzig der modernen Augenmedizin war es zu verdanken, dass der 40-Jährige sein Augenlicht zur Hälfte behalten hat. Als er dem Gericht in ruhigem, gelassenem Tonfall seine Verletzungen schilderte, herrschte Schweigen im Saal. Die Richterin stellte später in ihrer Urteilsbegründung fest, dass der Maschinenbauzeichner Zeit seines Lebens unter den Folgen leiden müsse. Er werde seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben können und jedes Mal an den Überfall erinnert werden, wenn er in den Spiegel schauen würde. Einem anderen Anhänger wurde mit einer Eisenstange der Unterarm gebrochen. Er leide noch heute unter Angstzuständen.


Leipziger Amtsgericht

Leipziger Amtsgericht


Die Verantwortlichen des FSV 1921 Brandis sehen sich selbst als Opfer. Unmittelbar nach dem Überfall wurden Vorwürfe laut, wonach Vereinsangehörige im Vorfeld von dem geplanten Angriff gewusst hätten. Beweise fanden sich hierfür bislang keine. Auch dieser Prozess förderte diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse ans Licht. Vor dem Sportgericht hatte der Sicherheitsbeauftragte des Fußballclubs ausgesagt, er hätte durch den „Buschfunk“ gehört, dass was passieren könne und deswegen die Zahl der Ordner auf zwölf erhöht.

Vor dem Amtsgericht begründete er diese Maßnahme mit der Angst vor frei laufenden Hunden, die die Stern-Anhänger möglicherweise trotz Hundeverbot in der achthöchsten Spielklasse mitbringen könnten. Vereinspräsident, Pressesprecher und Sicherheitschef schilderten übereinstimmend, dass man zunächst nach Rücksprache mit den eingesetzten Polizeikräften einer Gruppe von 10 bis 15 augenscheinlich der rechten Szene zuzuordnenden Personen durch einen Nebeneingang Zutritt zum Sportplatz gewährt habe. Man sei der gemeinsamen Überzeugung gewesen, die eigenen Ordner und die Polizeikräfte könnten diese Leute unter Kontrolle halten. Stadionsprecher Gerd Rose ließ dafür eigens eine Seite des Spielfelds räumen: „Bitte gehen Sie von der Seite weg. Da kommen noch ein paar Dumme.“

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Als die Letzten aus dieser ersten Gruppe ihren Eintritt entrichtet hatten, stürmte eine zweite, etwa 30-köpfige Gruppe heran, und überrannte das Ordnungspersonal am Nebentor. Vereinspräsident Günter Kögler sei von den Angreifern zu Boden gerissen worden, als man versuchte, das Tor gewaltsam wieder zu schließen. Einer von ihnen soll gesagt haben, man sei nicht zum Fußballgucken gekommen. „Wir haben eine andere Aufgabe.“ Die Angreifer bewaffneten sich mit Eisenstangen und Holzlatten. Einige nahmen Zahnschutzleisten in den Mund. Die Angreifer schienen sich ihrer Sache sehr sicher. Nur wenige vermummten sich. Erst wurden Böller geworfen, dann stürmte man direkt auf die Anhängerschar des „Roten Stern“ los. „Ich sah in die Augen von Mördern“, sagte ein Brandiser Augenzeuge dem Gericht.

Einzig ein Brandiser Ordner wollte von dem Geschehen nichts bemerkt haben. Hätte man seiner Aussage Glauben geschenkt, hätte man denken können, der Überfall hätte gar nicht stattgefunden. Da seine Aussage zu dem Geschehen an der Pforte, durch welche die Täter den Sportplatz betraten, so widersprüchlich zu den Aussagen aller anderen Zeugen war, drohte ihm Richterin Pisecki mit der Verhängung von Beugehaft. Auf Nachfrage eines Nebenklagevertreters räumte der 37-jährige Arbeitslose ein, mehrere Beschuldigte zu kennen. Da er im März in einem weiteren Brandis-Verfahren geladen ist, forderte ihn die Richterin eindringlich auf, seine Aussage bis dahin nochmals zu überdenken.

Der 23-jährige Erik K. hielt sich auch in seinem Schlusswort bedeckt. Er wolle die Haftzeit nutzen, um nachzudenken. Und um sein Leben zu ändern, sagte er.

K. gehört der Görlitzer Neonazi-Szene an. Er interessiere sich für rechte Politik, sei auch am 17. Oktober in Leipzig dabei gewesen, als Rechtsextreme Polizeibeamte angriffen, weil ihre Aufzugstrecke durch Gegendemonstranten blockiert gewesen war. Er gehöre den „Boot Boys Görlitz“ an, „eine ganz normale Jugendgruppe“, wie er versichert.

Dass es sich um eine Neonazi-Kameradschaft handelt, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, erwähnte er nicht. Mit der Organisation rechter Aufmärsche habe er nichts zu tun, erklärte K. auf Nachfrage. Trotzdem geriet er immer wieder ins Visier der Behörden: Nach seiner Festnahme wurde er von gleich vier Görlitzer Beamten auf dem Beweisfoto identifiziert. 2005 wurde erstmals gegen ihn aufgrund einer Beleidigung ermittelt. Das Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Görlitz damals eingestellt. Am 8. Oktober 2009, 16 Tage vor der Tat in Brandis, wurde K. unter anderem wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. K. hatte sich im Sommer 2008 nach dem EM-Finale zwischen Deutschland und Spanien im Alkoholrausch eine Auseinandersetzung mit Polizeibeamten geliefert. Das Gericht legte diese Verurteilung bei der Strafmaßzumessung zu seinem Nachteil aus, weil sie ihn nicht von der Begehung weiterer Straftaten abgehalten hatte.

Mit dem Strafmaß von zwei Jahren und zwei Monaten blieb das Gericht schlussendlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Anklagevertreter hatte zwei Jahre und vier Monate gefordert. Das Gericht ging davon aus, dass er spätestens in dem Moment, als K. realisierte, was passiert, als Mittäter gemeinschaftlich geplant gehandelt hat. Richterin Pisecki machte in ihrer Urteilsbegründung deutlich, dass ein vollumfängliches Geständnis und etwas Reue ein noch niedrigeres Strafmaß bedeutet hätte.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. K.’s Verteidiger Henry Hentschel kündigte bereits an, in Berufung gehen zu wollen.

1.) Görlitzer über zwei Jahre in Haft

Am 25. Februar 2010 fand der erste Prozess im Fall Brandis gegen den Görlitzer Neonazi Erik K. statt. K. muss nun für zwei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft warf K. in ihrer Anklage­schrift vierfache gefährliche, sowie einmal versuchte gefährliche Körperverletzung vor. Nach Abschluss der Beweis­aufnahme forderte der Staatsanwalt zwei Jahre und vier Monate Haft. Selbst der Verteidiger des Görlitzers plädierte für eine Haftstrafe, nicht über einem Jahr allerdings.

Richterin Pisecki sagte am Ende der über neunstündigen Verhandlung, es gäbe wenig, was man dem Ange­klagten zugute halten könne; allein, dass er nicht leugnete, ein großes Holzstück geworfen zu haben, rech­nete sie ihm an. Strafverschärfend fielen die schweren Verletzungen der Betroffenen ins Gewicht, die von den Tätern in Kauf genommen wurden und bei einem Opfer zu schweren, lebenslangen Schäden an einem Auge und im Gesicht führten. Nicht zuletzt führte die Richterin die Wirkung des Angriffs auf den ganzen Verein und das Umfeld des Roten Sterns an. Hinzu kam, dass K. erst zwei Wochen zuvor zu sechs Monaten Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, verur­teilt wurde. Nach dem EM-Finale 2008 hatte er in Großen­hain am Marktplatz, im Alkoholrausch, wie er sag­te, Polizisten angegriffen. Auch dort war er in einer Gruppe Neonazis unterwegs, deren Gesinnung er aller­dings nicht gekannt haben will. Pisecki sprach in ihren Ausfüh­rungen auch von „asozialem“ Verhalten: Der Angriff in Brandis sei keine spontane Tat gewesen, die auch noch am hellichten Tag verübt wurde. General­präventive, d.h. die Allgemeinheit abschreckende Aspekte, spielten bei der Festsetzung des Strafmaßes ebenso eine Rol­le.

Der Prozess fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Beim Betreten des Gerichtsgebäudes mussten sich die Zuschauer_innen einer Kontrolle unterziehen, ein weiteres Mal vor dem Verhandlungssaal. Wie am Flughafen wurden Taschen durchleuchtet, Beamte scannten und betasteten die Personen nach metallischen Gegenständen, Flaschen mussten ebenso draußen bleiben. Der Angeklagte, der seit Ende November in Gör­litz in Untersuchungshaft saß, wurde in Handschellen in den Saal geführt. Nachdem der Staatsanwalt die Anklage verlesen hatte, nahm der Beschuldigte Stellung und wurde von der Richterin befragt.

Er sagte, er habe am 23. Oktober einen alten Kumpel und dessen Freundin besucht. Sie hätten am Abend gesoffen und wollten dann am Tag der Tat ihren Kater an der Luft auskurieren, gingen also zum Fußballspiel. Er habe vor­her nicht gewusst, gegen wen der FSV Brandis an diesem Tag spielen würde. Sie seien zu Fuß zum Sportplatz gegangen und stellten sich am Nebentor an einer Schlange an. K. bestand bis zum Schluss darauf, Eintritt be­zahlt zu haben. Eine Eintrittskarte habe er jedoch nicht erhalten. Auf dem Platz habe er sich mit seinen Kumpels unterhalten; weder habe er Böller gehört, noch sei ihm die Bewaffnung und teil­weise Vermum­mung der Leute aufgefallen. K. sagte aus, dass der Angriff klar von den Nazis ausging und die Anhänger_in­nen des Roten Sterns zurückwichen. Er hatte auch Handschuhe angezogen, weil er eine „Frost­beule“ sei. Das glaubt ihm die Richterin natürlich nicht, zumal es an dem Tag eher warm war. Er sei anfangs ste­hen geblieben und erst später zum Geschehen, was sich auf dem Fußballfeld abspielte, gelaufen. Das be­gründete er mehrmals damit, dass er „absolut neugierig“ gewesen sei. Das Holzstück, wel­ches er gut er­kennbar auf einem Foto wirft, sei in seine Richtung geflogen und er habe es nur zurückgewor­fen, getroffen habe es niemanden. Warum er das getan hat, wußte er nicht. Danach wollte er runter vom Feld und weg vom Geschehen, zufällig sei er dann auf einen weiteren der mut­maßlichen Täter, Gabriel S. aus Leipzig, getroffen. Es folgte ein kurzer Schlagabtausch zwischen den beiden Männern. Dass sich da zwei Angreifer prügelten, sorgte im Nachhinein für Verwunderung, lässt sich wohl aber damit erklären, dass die beiden jeweils nicht aus dem Muldental kommen – und sich so möglicherweise nicht kannten. Das behauptete auch K.; al­lerdings will er auch alle anderen Beteiligten nicht gekannt haben. Nachdem K. dann den Tatort verlassen hatte, ging er in ein Brandiser Hotel, in dem die Freundin seines Kumpels arbeitet. Dort wurden er und weitere mutmaßliche Täter später von der Polizei kontrolliert, welche die Personalien der Verdächtigen aufnahm.

Im Verlaufe der Verhandlung wurde mehrmals nach der Zugehörigkeit des Angeklagten zur Neonaziszene gefragt. So gab K. zu, den „Boot Boys Görlitz“ anzugehören, eine „ganz normale Jugendgruppe“, wie er sagt [1]. Auf mehrere Nachfragen räumte er dann doch ein, eher der rechten Szene nahe zu stehen und Kontakt zu anderen Nazis zu haben [2]. Auch nahm er an Demos teil, zuletzt am 17. Oktober 2009 in Leipzig. Der Angeklagte besaß in seiner Wohnung mehrere Waffen, zur Zier­de wie er sagte.

Zehn Zeugen sagten während der Verhandlung aus, darunter Betroffene vom Verein Roter Stern Leipzig, der Pressesprecher, der Vorsitzende sowie zwei Ordner des FSV Brandis, ein Pressefotograf, ein anwesender Po­lizist sowie der Ermittlungsleiter der Polizeidirektion Grimma. Im Großen und Ganzen bestätigten die Zeugen den bereits durch Medienberichte bekannten Verlauf der Dinge. Die Rolle des gastgebenden Vereins bleibt jedoch offen; Verbindungen des Vereins zu mutmaßli­chen Tätern und der örtlichen Neonaziszene weiterhin im Dunklen. Am Tag des Übergriffs war zunächst eine Gruppe von zehn bis fünfzehn Personen, die von den Verantwortli­chen des FSV Brandis als Neonazis identifiziert wurden, durch ein Nebentor auf den Sportplatz gelassen worden. Die Vereinsver­treter waren der Meinung, mit diesen Personen zurecht zu kommen. Die Gruppe sollte auf die extra ge­räumte rechte Seite des Sportplatzes gehen; Mit den Worten „die Dummen kommen“ habe der Stadionsprecher deren eintreffen angekündigt. Die zweite Angreifer-Gruppe sei dann über den Zaun gestürmt. Die Nazis haben sich dann erst auf dem Sportplatz mit herumliegenden Gegenständen bewaffnet. Interessant wurde es beim letzten Zeugen: Sandro M. hatte in seiner Vernehmung bei der Polizei zunächst die bekannte Version der Hergänge bestätigt. Zur Verhandlung sagte er dann das komplette Gegenteil aus: alles sei friedlich gewesen, ihm sei nichts besonderes aufgefallen, er hätte nichts gesehen oder gehört und auch niemanden ge- oder erkannt. Ein Anwalt der Nebenklage machte deutlich, dass M. Kontakte in die Szene der mutmaßlichen Täter hat: Er verlas Namen von mutmaßlich Beteiligten, nun kannte der Zeuge M. plötzlich doch einige – bis auf den An­geklagten. Prozess-Beobachter_innen vermuten, dass mutmaßliche Täter massiven Druck auf M. ausübten. M. wirkte demnach sehr aufgeregt und schwitzte mit rotem Kopf. Er ist bei folgenden Prozessen erneut als Zeuge geladen.

In seinem Plädoyer stellte der Staatsanwalt fest, dass sich alle Vorwürfe, bis auf den K. nicht persönlich zuzurechnenden Armbruch eines RSL-Anhängers, umfassend bestätigt haben. Auch die Nebenkläger-Vertre­ter_innen schlossen sich dieser Darstellung an. K. hatte während des Prozesses nur zugegeben, was ihm anhand von Fotos zweifelsfrei nachgewiesen wer­den konnte und was demzufolge nicht zu leugnen war. In seinem Schlusswort sagte Erik K., er wolle nachdenken und nach der Haft alles anders machen; Eine Entschuldigung bei seinen Opfern blieb jedoch aus. Das bedauerte sein Anwalt und führte dies auf die große Kulisse zurück. Richterin Pisecki verurteilte K. letzlich zu zwei Jahren und zwei Mo­naten Haft. Seine laufende Bewährung muss nun von dem Gericht wider­rufen werden, welches die Strafe ausge­sprochen hat. Es ist davon auszugehen, dass das geschieht und sich somit die Haftstrafe von K. um die vormals ausgesprochenen sechs Monate verlängert.

K.s Verteidiger legte innerhalb der Frist Rechtsmittel gegen das Urteil ein.


[1] ein Artikel der Sächsischen Zeitung beweist jedoch den neonazistischen Hintergrund der Gruppierung.
[2] Seine Nähe zu den „Freien Kräften“ in Görlitz wurde hingegen nicht besprochen.

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Quelle: Lizzy Online (28.02.2010)

Nach über neun Stunden Verhandlung stand am Donnerstag um 18:00 Uhr fest: Erik K. muss ins Gefängnis. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Ute Pisecki verurteilte den 23-jährigen Anlagentechniker wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen und versuchter gefährlicher Körperverletzung in einem Fall zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 2 Monaten.

Der Prozess fand unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Besucher mussten sich am Eingang des Leipziger Amtsgerichts und vor Saal 218 aufwändigen Personenkontrollen unterziehen. Das öffentliche Interesse war groß. Über ein halbes Dutzend Kamerateams und Fotografen sowie zahlreiche Journalisten waren zum ersten von unzähligen Prozessen gegen die mutmaßlichen Täter im Fall Brandis gekommen. Gegen die rund 40 Beschuldigten wird einzeln oder in kleinen Grüppchen verhandelt. Für die Opfer, von denen drei als Nebenkläger an den Verfahren teilnehmen, bedeutet dies, dass sie noch einige Male ihre traumatischen Erfahrungen durchleben müssen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Görlitzer Erik K. vor, sich am 24. Oktober vergangenen Jahres an dem gewaltsamen Übergriff auf Fans des als linksalternativ geltenden Fußballclubs „Roter Stern Leipzig“ beteiligt zu haben. Da die Anklage von einer gemeinschaftlich begangenen Tat ausgeht, sei K. als Mittäter zu verurteilen, ganz unabhängig davon, ob er selbst jemandem Schaden zugefügt habe. Bei dem brutalen Überfall wurden vier Anhänger des „Roten Sterns“ teils schwer verletzt. Als sich ein Polizeibeamter zwischen die Fronten warf, wurde er mit einer Metallstange geschlagen, blieb aber unverletzt.

Der Angeklagte sah sich in seiner Einlassung weniger als Täter, sondern vielmehr als neugieriger Zuschauer. Zu Verhandlungsbeginn sagte er aus, dass er am Vortag gemeinsam mit Freunden Bekannte in Leipzig besucht hätte. Nach einem feuchtfröhlichem Abend sei man nach Brandis gefahren, um dort bei einer Freundin zu übernachten. Am nächsten Tag wollte man vor der Rückfahrt noch einmal „an die frische Luft“ gehen. Die Freunde hätten nur zufällig von dem Fußballspiel erfahren.

„Wir wussten nicht, wer spielt“, so K. Als sie am Sportplatz „Zur Freundschaft“ eintrafen, habe dort bereits eine größere Personengruppe vor dem Eingang gewartet. K. und seine Begleiter stellten sich dazu, zahlten Eintritt und betraten den Sportplatz. Als diese Leute begannen, die Anhänger des „Roten Stern“ anzugreifen, sei K. zunächst an seinem Platz stehen geblieben, dann aber „aus Neugier“ den Angreifern hinterhergerannt. Als ein Holzstück in seine Richtung flog, hob er es auf und warf es zurück in Richtung Fans des „Roten Stern“. Dabei wurde er von einem anwesenden Journalisten fotografiert.

Einem Anhänger des „Roten Stern“ wurde das Jochbein zertrümmert, Augenhöhle und Schläfenbein gebrochen sowie das Auge verletzt. Die Netzhaut hatte sich abgelöst. Einzig der modernen Augenmedizin war es zu verdanken, dass der 40-Jährige sein Augenlicht zur Hälfte behalten hat. Als er dem Gericht in ruhigem, gelassenem Tonfall seine Verletzungen schilderte, herrschte Schweigen im Saal. Die Richterin stellte später in ihrer Urteilsbegründung fest, dass der Maschinenbauzeichner Zeit seines Lebens unter den Folgen leiden müsse. Er werde seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben können und jedes Mal an den Überfall erinnert werden, wenn er in den Spiegel schauen würde. Einem anderen Anhänger wurde mit einer Eisenstange der Unterarm gebrochen. Er leide noch heute unter Angstzuständen.

Die Verantwortlichen des FSV 1921 Brandis sehen sich selbst als Opfer. Unmittelbar nach dem Überfall wurden Vorwürfe laut, wonach Vereinsangehörige im Vorfeld von dem geplanten Angriff gewusst hätten. Beweise fanden sich hierfür bislang keine. Auch dieser Prozess förderte diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse ans Licht. Vor dem Sportgericht hatte der Sicherheitsbeauftragte des Fußballclubs ausgesagt, er hätte durch den „Buschfunk“ gehört, dass was passieren könne und deswegen die Zahl der Ordner auf zwölf erhöht.

Vor dem Amtsgericht begründete er diese Maßnahme mit der Angst vor frei laufenden Hunden, die die Stern-Anhänger möglicherweise trotz Hundeverbot in der achthöchsten Spielklasse mitbringen könnten. Vereinspräsident, Pressesprecher und Sicherheitschef schilderten übereinstimmend, dass man zunächst nach Rücksprache mit den eingesetzten Polizeikräften einer Gruppe von 10 bis 15 augenscheinlich der rechten Szene zuzuordnenden Personen durch einen Nebeneingang Zutritt zum Sportplatz gewährt habe. Man sei der gemeinsamen Überzeugung gewesen, die eigenen Ordner und die Polizeikräfte könnten diese Leute unter Kontrolle halten. Stadionsprecher Gerd Rose ließ dafür eigens eine Seite des Spielfelds räumen: „Bitte gehen Sie von der Seite weg. Da kommen noch ein paar Dumme.“

Als die Letzten aus dieser ersten Gruppe ihren Eintritt entrichtet hatten, stürmte eine zweite, etwa 30-köpfige Gruppe heran, und überrannte das Ordnungspersonal am Nebentor. Vereinspräsident Günter Kögler sei von den Angreifern zu Boden gerissen worden, als man versuchte, das Tor gewaltsam wieder zu schließen. Einer von ihnen soll gesagt haben, man sei nicht zum Fußballgucken gekommen. „Wir haben eine andere Aufgabe.“ Die Angreifer bewaffneten sich mit Eisenstangen und Holzlatten. Einige nahmen Zahnschutzleisten in den Mund. Die Angreifer schienen sich ihrer Sache sehr sicher. Nur wenige vermummten sich. Erst wurden Böller geworfen, dann stürmte man direkt auf die Anhängerschar des „Roten Stern“ los. „Ich sah in die Augen von Mördern“, sagte ein Brandiser Augenzeuge dem Gericht.

Einzig ein Brandiser Ordner wollte von dem Geschehen nichts bemerkt haben. Hätte man seiner Aussage Glauben geschenkt, hätte man denken können, der Überfall hätte gar nicht stattgefunden. Da seine Aussage zu dem Geschehen an der Pforte, durch welche die Täter den Sportplatz betraten, so widersprüchlich zu den Aussagen aller anderen Zeugen war, drohte ihm Richterin Pisecki mit der Verhängung von Beugehaft. Auf Nachfrage eines Nebenklagevertreters räumte der 37-jährige Arbeitslose ein, mehrere Beschuldigte zu kennen. Da er im März in einem weiteren Brandis-Verfahren geladen ist, forderte ihn die Richterin eindringlich auf, seine Aussage bis dahin nochmals zu überdenken.

Der 23-jährige Erik K. hielt sich auch in seinem Schlusswort bedeckt. Er wolle die Haftzeit nutzen, um nachzudenken. Und um sein Leben zu ändern, sagte er.

K. gehört der Görlitzer Neonazi-Szene an. Er interessiere sich für rechte Politik, sei auch am 17. Oktober in Leipzig dabei gewesen, als Rechtsextreme Polizeibeamte angriffen, weil ihre Aufzugstrecke durch Gegendemonstranten blockiert gewesen war. Er gehöre den „Boot Boys Görlitz“ an, „eine ganz normale Jugendgruppe“, wie er versichert.

Dass es sich um eine Neonazi-Kameradschaft handelt, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, erwähnte er nicht. Mit der Organisation rechter Aufmärsche habe er nichts zu tun, erklärte K. auf Nachfrage. Trotzdem geriet er immer wieder ins Visier der Behörden: Nach seiner Festnahme wurde er von gleich vier Görlitzer Beamten auf dem Beweisfoto identifiziert. 2005 wurde erstmals gegen ihn aufgrund einer Beleidigung ermittelt. Das Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Görlitz damals eingestellt. Am 8. Oktober 2009, 16 Tage vor der Tat in Brandis, wurde K. unter anderem wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. K. hatte sich im Sommer 2008 nach dem EM-Finale zwischen Deutschland und Spanien im Alkoholrausch eine Auseinandersetzung mit Polizeibeamten geliefert. Das Gericht legte diese Verurteilung bei der Strafmaßzumessung zu seinem Nachteil aus, weil sie ihn nicht von der Begehung weiterer Straftaten abgehalten hatte.

Mit dem Strafmaß von zwei Jahren und zwei Monaten blieb das Gericht schlussendlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Anklagevertreter hatte zwei Jahre und vier Monate gefordert. Das Gericht ging davon aus, dass er spätestens in dem Moment, als K. realisierte, was passiert, als Mittäter gemeinschaftlich geplant gehandelt hat. Richterin Pisecki machte in ihrer Urteilsbegründung deutlich, dass ein vollumfängliches Geständnis und etwas Reue ein noch niedrigeres Strafmaß bedeutet hätte.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. K.’s Verteidiger Henry Hentschel kündigte bereits an, in Berufung gehen zu wollen.

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Quelle: Antifa Görlitz (27.02.2010)

Am Donnerstag, den 25.02.2010 hat in Leipzig das Gerichtsverfahren gegen den Görlitzer Neonazi – Aktivisten Erik Kußin statt gefunden. Kußin war angeklagt worden, weil er sich am 24. Oktober 2009 an einem Überfall auf Fußballfans des RSL in Brandis beteiligt hatte, bei dem mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt wurden (siehe: Spiegel – Artikel) .

Seit Mitte November saß er in U-Haft (siehe: U-Haft für Erik Kußin) und hatte so schon einmal die Möglichkeit bekommen sich genau zu überlegen, was er beim Prozess zu seiner Verteidigung vorbringen will. Doch was er erzählte, war nicht entlastend. So erzählte er während der Verhandlung Geschichten darüber, wie er in Brandis einfach so einer Gruppe hinterher gelaufen sein will, einfach nur so einen Holzklotz durch die Gegend warf, oder auch angeblich nur einfach so aus Neugierde während des Spiels auf das Fußballfeld gerannt sein will. Dass ihm diese Geschichten niemand glaubte, hätte ihm schon vorher klar sein können. Doch er beharrte auch noch auf seiner Sicht der Dinge, als ihm Beweisfotos und Filme vorgelegt wurden, die ihn in Aktion zeigten.

Und so kam es zu einer Verurteilung eher im Sinne der Staatsanwaltschaft: Haftstrafe – 2 Jahre und 2 Monate und dazu noch 6 Extra – Monate, da er bei seiner Tat in Brandis seit 16 Tagen wg. eines anderen Gewaltdeliktes gegen einen Polizisten unter Bewährung stand. Sein Verteidiger hatte ebenfalls wie die Staatsanwaltschaft auf schuldig plädiert, aber nur 1 Jahr Haft gefordert. Dies ist wohl auch der Grund, warum sein Anwalt überlegt, nochmals in Berufung zu gehen. Er sagte nach dem Prozess in einem MDR – Interview außerdem, dass sein Mandant die Tat schon bereuen würde, aber das wohl im Gerichtssaal nicht so zeigen konnte. Für den Fall eines Berufungsprozesses darf man also gespannt sein, ob Erik Kußin doch noch geständig ist und umfassend auch gegen andere Nazis aussagt, um einer langen Haftstrafe zu entgehen.

So weit war es diesmal jedoch noch nicht. Reue für seine Tat zeigte Kußin im Gerichtssaal keine. Er wirkte in seinem Cunt-Grinder-Pulli eher teilnahmslos und desinteressiert. Selbst als er anfing über die Kameradschaft „Boot – Boys“ alias „22-Crew“, als angeblich „normalen“ Jugendclub zu erzählen, war keine große Regung bei ihm zu bemerken. Auch nicht als er über seine Jugend oder seine Freundschaft zu Paul Mühlmann und den Gebrüdern Tom und Rocco Hollstein erzählte. Da kamen zwar Geschichten vom Besuch der Elisabeth – Grundschule und der Hauptschule, von der Scheidung seiner Eltern, dem Aufwachsen bei der Mutter, seiner Ausbildung zum Anlagentechniker und der Kündigung nach der Inhaftierung, doch Emotionen zeigte er dabei keine.

Vielleicht war er aber einfach deprimiert. Denn was seine Freunde von den Freien Kräften Görlitz unter Kameradschaft verstehen, zeigten sie in seinem Fall recht deutlich: Obwohl der Gerichtstermin vorher schon fest stand und veröffentlicht wurde, war kein einziger seiner Görlitzer „Kameraden“ gekommen. Auch der sonst so mitteilungsfreudige Andreas Storr von der NPD hielt sich fern und auf seiner Internetseite bedeckt. Er schwieg zum Prozess gegen den gleichgesinnten Kußin, bzw. schimpfte lieber über zu lange Görlitzer Stadtratssitzungen.

Es bleibt abzuwarten, ob nun tatsächlich noch eine Berufungsverhandlung folgt und was Erik Kußin dann erzählt, um seine anstehende lange Haftstrafe vielleicht doch noch zu verkürzen. Sicher ist aber so oder so, dass die verletzen RSL – Fans und Spieler wohl länger unter seinen Gewalttaten leiden werden, als er am Gefängnis – Essen.

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Quelle: Roter Stern Berlin

Der erste Prozess fand am 25.02.10 am Amtsgericht Leipzig statt. Gegen den Angeklagten Erik K. erging das Urteil 2 Jahre und 2 Monate Haft. Der Angeklagte wurde zu Beginn der Verhandlung aus der Untersuchungshaft vorgeführt, in der er seit seiner Festnahme Ende November letzten Jahres saß. Unter Vorsitz der Richterin Ute Pisecki wurde die Beweisaufnahme geführt und nach Verlesung der Anklageschrift, in der K. vierfache gefährliche Körperverletzung sowie einmal versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wurden, äußerte sich der Angeklagte zum Sachverhalt.
Er sei zufällig, ohne Kenntnis des Gegners zum Spiel gegangen und schlussendlich aus Neugier in die Situation geraten, in der er, auf Fotos gut dokumentiert, ein großes Holzstück in die Reihen der Sterne-Fans und -Spieler wirft.
In umfangreichen Zeugenbefragungen, bei denen insgesamt 10 Personen gehört wurden, verdichtete sich für die Staatsanwaltschaft das Bild, das jede Zufälligkeit ausschloss: K. habe sich wissentlich in diese Situation hinein begeben, er hätte jederzeit andere Handlungsoptionen gehabt und folglich forderte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer aufgrund der vollumfänglich bestätigten Anklagepunkte 2 Jahre und 4 Monate Haft.
Strafschärfend fiel hierbei ins Gewicht, dass K. erst zwei Wochen vor dem Nachmittag in Brandis zuletzt vor Gericht stand und dort zu einer 6monatigen Strafe auf Bewährung verurteilt wurde. Diese wird nun mit dem neuerlichen Urteil ebenfalls aufgehoben werden. Auch berücksichtigte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung die Schwere der entstandenen Verletzungen, mit denen die Geschädigten noch lange Zeit zu tun haben werden und die sie immer an diesen Nachmittag erinnern werden. Der Verteidiger von K. behielt sich nach Verkündung des Urteils Rechtsmittel vor.