Weiterer Preozessbericht zu Robert I. Der gestern zu 2 Jahren und 10 Monaten verurteilt wurde. Aber wir machen erst mal beim 3. Prozesstag weiter, bevor wir zum Urteil kommen.

Damit ihr euch vorstellen könnt wie der Robert so im Gericht sitzt, haben wir für euch mal ein Bild zu seinem T-Shirt gesucht, welches er am 3. Prozesstag an hatte.

"Legion of Thor"

Er ist also ein Fan der Naziband „Legion of Thor“ , schön für unseren Nazi. Schön auch, dass dies überhaupt keine Beachtung findet, obwohl es doch ein weiterer Beweis für seine rechte Gesinnung ist. Naja, wir sind uns sicher, dass der Zivilpolizist im Zuschauerbereich mit seiner Thor Steinar Hose ziemlich neidisch auf den Robert mit seinem schicken T-Shirt war… äh wir meinen im Nazisprech natürlich „T-Hemd“. Zivilpolizist? Thor Steinar? Da war doch mal was? Richtig! Schaue hier:

Polizeibeamter trägt „Thor Steinar“ auf Gedenkveranstaltung

Verbot von Nazi-Mode für Berliner Polizisten

Berlin untersagt Polizisten Thor Steinar und Lonsdale

Wie immer waren kaum Menschen im Zuschauerbereich, die ein Interesse an den Prozessen zum Fall Brandis haben. Neben anfangs 4 Zivilpolizisten (später nur noch 3), zwei Nazis (eine davon anscheinend die Freundin oder Schwester von Robert und einem etwas größeren Begleiter), war bis zur 1. Pause noch eine Schulklasse anwesend, sowie 2-3 Prozessbeobachter. Für uns immer noch verwunderlich, dass es so wenig Interesse an den Fällen gibt, weder von Menschen des Sterns und deren Umfeld noch von der Presse. Besonders traurig ist es, wenn mensch bedenkt, wie oft noch die Betroffenen von Brandis aussagen müssen und dabei kaum Begleitung und Unterstützung erhalten. Nur die Polizei bleibt fast bei ihrem gleichen Aufgebot und den ganzen Kontrollen, die wohl einzige Konstante Größe in allen Prozessen und jetzt wie gesagt sogar mit Naziklamotten.

Eine weitere Konstante ist die immer gleiche Leier der Angeklagten, denn der 3. Prozesstag war auch deshalb so spannend, weil der Robert eine Erklärung über seinen Anwalt zu seinem erscheinen in Brandis abgab. Diese lässt sich dann wie folgt zusammenfassen:

Der Robert hat sich mit Freunden nach der Arbeit verabredet und wollte sich dann das Spiel anschauen. Er wollte keine Auseinandersetzung und hatte deswegen auch nichts dabei, also keine Handschuhe usw. Dann traf er sich mit seinen Freunden vorher in der Bar in Brandis (also da wo eigentlich fast alle Angreifer vorher waren). Er musste dann noch zur Sparkasse und wollte sich dann mit seinen Freunden wieder vor dem Eingang treffen. Nachdem der Gute also alleine zur Sparkasse ging und dann beim Treffpunkt vor dem Stadion ankam, stellte er fest, dass seine Freunde nicht da waren. Er kaufte sich dann eine Karte und ging alleine rein. Stellte sich dann beim Vereinshaus hin und wartete. Dort konnte er ganz viel beobachten, zum Beispiel wie einige Fans des RSL zum Eingang gingen und sich vermummten und bewaffneten mit Latten und Knüppel. Dann wurde es laut und es kamen auf einmal ganz viele Leute durch einen kleinen Durchgang. In der Mitte der vielen neuen „Zuschauer“ fand sich dann der arme Robert wieder. Er konnte sogar seine Freunde am Ende der Maße erkennen, kam aber leider nicht an sie heran, weil dann schon alles eskalierte. Er wurde dann selber von einem Holzstück nur knapp verfehlt und nahm dieses dann natürlich auf, um sich gegen Angriffe und weitere durch die Luft fliegende Objekte zu schützen. Beim abwehren eines weiteren fliegenden Objekts, hat er sein Holzstück dann verloren. Er lief dann mit auf das Spielfeld. Dort musste er sich wieder vor einem Eisenprofil ab ducken, welches von RSL-Seite gekommen sein soll. Auch dieses hob er auf um sich gegen „Angriffe zu wehren“, als dann viele Menschen auf ihn zu rannten, rannte er vom Gelände und legte es ab.

Der arme Robert, wollte keine Auseinandersetzung, hat sich nur mit seinen Nazifreunden nach der Arbeit verabredet und diese dann auch noch verloren. Und musste sich dann noch ganz alleine auf dem Spielfeld, den bösen Menschen aus Leipzig stellen.

Die Argumentation ist bis jetzt bei allen die Gleiche. „Wir waren zufällig da. Wir wollten gar keine Auseinandersetzung. Ich hab mich nur verteidigt…“. Uns kommen die Tränen, diese armen Opfer.

Nachfragen zu der vorgetragenen Erklärung von Robert waren dann nicht möglich. Es wurde einfach nur so ins Protokoll aufgenommen.

Die weiteren Zeugen haben nicht viel Neues erzählt, eigentlich wiederholt sich das fast immer. Aber wir haben dennoch ein paar Highlights aus unserer Sicht zu berichten.

Da ist zum Beispiel ein Ex-Spieler vom FSV Brandis, der hellseherische Fähigkeiten besitzt und irgendwie weiß, dass was passieren wird. Daher muss er unbedingt sein Auto schon vor dem Spiel in Sicherheit bringen, das war ihm ganz wichtig. Dann ist er auch der Meinung, dass es gar nicht so schlimm gekommen wäre, wenn einige Spieler vom Stern angeblich nicht zu den flüchtenden RSL-Fans gesagt hätten: „Warum rennt ihr denn weg? Wir sind viel mehr!“

Es wäre dann seiner Meinung nach gar nicht so schlimm eskaliert. Auch die Person die am schwersten verletzt wurde, kam ihm wie jemand vor, der „Ärger“ macht. Er hat zwar nichts getan oder gesagt, aber es war jemand der nach „Ärger“ aussah, weiß er noch zu berichten.

Dazu fällt einem eigentlich nicht mehr viel ein. Der Betroffene hat zwar auf einem Auge nur noch eine Sehfähigkeit von 10% und eine Titanplatte im Gesicht, aber soll die Person sein, die das auch selbst zu verschulden hat.

Und auch ein neues Wort konnten wir von der Provinzpolizei lernen, denn Tonfa heißt bei der Polizei in der Provinz „Winkelschlagstock“. So bezeichnen nicht alle Polizist_innen den Schlagstock. Die auch als „Knochenbrecher“ bezeichnete Waffe wurde sogar von Polizeidirektor Gernot Piestert immer abgelehnt: „Ich habe Furcht davor, dass irgendwann einem Menschen von einem Polizisten der Schädel eingeschlagen wird“ so Piestert in der taz und weiter, „meine Sorge ist, dass die äußere Aufrüstung auch zu einer inneren Aufrüstung führt.“ Aber das ist ein anderes Thema.

Das Urteil: Leider waren wir persönlich nicht beim 4.Prozesstag. Mit Überraschung mussten wir dann hören, dass es auch der letzte Prozesstag war, obwohl noch ein weiterer angesetzt war. Der Verteidiger von Robert plädierte wohl auf Freispruch und das Gericht sagte, 2Jahre und 10 Monate Gefängnis. Und weil der Robert eben ein notorischer Nazischläger ist, wurde sein Angriff auf einen nicht-rechten Menschen am selben Abend in Wurzen auch gleich mitverurteielt.

Wir sagen, Tschüss Robert! Und grüß die Anderen, keine Angst, es kommen bestimmt noch welche nach.

Wir hätten da noch ein paar Kandidaten, die dir folgen sollten, aber das dann im nächsten Bericht.