Neben Chris R., dessen Verhandlung ausgesetzt ist, wurde heute auch gegen Alexander L. verhandelt. L. tat sich in Brandis auch gleich dadurch hervor, sich als erster aus dem Nazimob zu lösen und bis auf ein paar Meter an die RSL Fans zu gehen und diese zu taxieren, wohl in der Hoffnung diese würden sich provozieren lassen. Aber wer sich einem bewaffneten Nazimob gegenüber sieht, hat wenig Kapazität für Provokationen einzelner „Dummer“.

Apropos: „die Dummen kommen“. (Zitat: Stadionsprecher Brandis kurz vor Eintreffen des Nazimobs). L. erfüllt diese Bezeichnung tatsächlich. Mehrfach wurde von Staatsanwaltschaft, den Klägerer_innen und der Verteidigung erwähnt, dass er „ohne ihm zu nahe treten zu wollen“ und „er das nicht persönlich nehmen darf“, ja schon ein wenig – nun ja – dumm wäre. Das wurde dann mit den schönen Wörtern „fehlende Reife“ umschrieben und immer mal wieder als strafmildernder Aspekt angebracht.

Der Staatsanwalt wies in seinem Abschlussplädoyer auch auf die berechtigte Notwehr der RSL Fans hin. Bisher hatten die Anwälte der Kanzlei Hohnstädter (diese verteidigten auch Ihbe) immer wieder versucht auf die Möglichkeit eines „Gegenangriffs“ durch die RSL Fans zu pochen, was sich aber auch der Richter nicht lange mit anhören wollte. Denn: es ist eindeutig Quatsch und wer sowas behauptet, hat es nicht miterlebt oder ist einfach ein Nazi!
Der Staatsanwalt forderte 1 Jahr und 7 Monate auf Bewährung.

Der Verteidiger versuchte das Unmögliche und erklärte, dass der gute Alex ja nur am Ende mitgemacht hätte und das ja „auch wirklich ganz schlimm und nicht kleinzureden“ wäre, aber mensch müsse auch die „Gruppendynamik beachten“ und so weiter und so fort. Der Richter schien dem auch nicht mehr allzu gebannt zu folgen. Auch nicht als der Verteidiger anfing die Schuldeingeständnisse L. zu würdigen, die ja „weit über das Beweisbare hinaus gehen würden“ und auch die Belastung weiterer Täter durch ihn. Wobei dies „Belastungsaussagen“ einen wohl eher geringen Informationsgehalt gehabt haben müssen. Alles in allem hatte mensch den Eindruck, der Verteidiger versuchte L. als lieben Trottel, der keine Freunde habe und von allen, inklusive dem Gericht, missverstanden würde. Es war herzzerreißend. Aber wer dabei war, weiß das L.tatsächlich etwas minderbemittelt wirkt, aber dennoch ein gefährlicher Nazischläger ist.

Was L. dann aber wirklich das Genick brach, bzw. die Vortäuschung von Reue nichtig machte, war ein T-Shirt. Der reuige Alex wurde am „Männertag“ diesen Jahres mit seinem „Freundeskreis“ (Aussage des Staatsanwalts) oder genauer  Nazischlägerbande „Terror Crew Muldental“ von der Polizei aufgegriffen. Aber weil die TCM eben kein stinknormaler Freundeskreis ist, sondern so richtig krasse Free Fighter, haben sich die Jungs auch extra T-Shirts gedruckt und angezogen. Darauf stand „TCM vs. RSL 1 : 0. no fairness, no remorse“. Uh, ganz schlecht Alex.
Der Verteidiger plädierte auf Erziehungsarrest von 3 Wochen plus Arbeitsstunden oder wahlweise auch 1 Jahr auf Bewährung.

Doch der Richter sah das alles  offensichtlich völlig anders. Nix mit Milde wegen Doofheit oder so. Der Richter verknackte den bindungsängstlichen Alex zu 2 Jahren und 4 Monaten ohne Bewährung. Außerdem darf er dann noch die „materiellen und nicht-materiellen“ (Folge)kosten der 4 Geschädigten, sowie die Gerichtskosten bezahlen. Ein längerer Urlaub ist da demnächst wohl nicht drin. Aber vielleicht findet Alex ja im Knast ein paar Nazifreunde.

Laut Staatsanwaltschaft wurde gegen 20 Brandisangreifer Anklage erhoben. 4 sind schon verurteilt und die nächsten sind auch bald dran.

Der nächste bitte…

und hier kann mensch sich mal ein Bild vom Alexander (im Vordergrund) machen (Quelle: Indymedia).