Nach bekannt werden des Angriffs in der Ukrainischen Premier League. Zeigten sich die Fans des Roten Sterns am 22.8.2010 gegen SV Concordia Schenkenberg,  solidarisch mit den Fans von Arsenal Kiev und FC Karelien-Discovery. Doch lest und seht selbst:

Letzte Woche wurden in der Ukraine antirassistische Fußballfans von Arsenal Kiew und in Russland Fans von FC Karilien-Discovery von organisierten Neonazi-Hools lebensbedrohlich angegriffen. Wir übersetzen zunächst an dieser Stelle den Bericht der GenossInnen zum ersten Vorfall und dokumentieren ihn. Auf den Vorfall in Russland wird anschließend eingegangen.

Am 15. August 2010 griffen nach dem Spiel der Ukrainischen Bundesligisten Arsenal Kiew und Volyn Lutsk Neonazis die Fußballfans brutalst an. Während des Spiels entrollen Arsenal-Fans Transparente und Banner, die sich mit den seit Ende Juli inhaftierten Antifaschisten Alexej Gaskarov und Maxim Salopov in Russland solidarisierten. (LIIINK) Es kamen Losungen wie „Steckt mehr Bäume in die Erde, statt unsere Freunde hinter Gitter“.

Schon während des Spiels kam es zu rechten Provokationen der Lutsker: Als zu Anfang Verhaltensregeln für Zuschauer verlesen wurden und die Passage kam, dass keine xenophoben Äußerungen gemacht werden dürfen, entrollten die Volyn-Fans ein Transparent mit der Aufschrift „Leibstandarte“, welches eine Einheit aus dem NS darstellt, die sich um den Schutz von Adolf Hitler gekümmert hat.
Direkt nach dem Schlusspfiff, als um die 30 Arsenal-Fans auf dem Weg zur Metrostation waren, wurden sie von 50 Neonazis, darunter Fans von Dynamo Kiew, angegriffen. Der Angriff geht über Attacken ziwschen Fußball-Fans hinaus: Die Angreifer waren mit Messern und Schlagringen bewaffnet und riefen „Heil Hitler“ und „White Power“. Während des Kampfes drohten die Neonazis, die Arsenal-Fans umzubringen – ein bewusstlos auf dem Boden liegender Antifaschist erhielt erst Messerstiche in den Brustkorb, dann wurde er umgedreht und bekam drei Messerstiche in den Rücken. Seine Lunge wurde verletzt. Nach einer Operation ist sein Zustand zunächst stabil. Ein anderer Antifaschist wurde mit herausgeschlagenen Zähnen, vorübergehendem Gedächtnisverlust und Gehirnverletzung ins Krankenhaus gebracht. Andere Arsenal-Fans erlitten unterschiedlichste Verletzungen, u.a. schwere Verbrennungen im Gesicht. Sie wurden u.a. auch mit Pfefferspray angegriffen.

Direkt nach der Attacke nahm die Polizei vier der Angreifer fest. Einer von ihnen hatte ein blutüberströmtes Messer bei sich, andere hatten Blutspuren an den Händen, die versucht wurden zu entfernen. Die Polizei im Perchersk Bezirk weigert sich, ein Strafverfahren zu eröffnen und bestreitet die ideologisch motivierte Gewalt.

Die Angreifer
Internet-Recherchen ergaben, dass die Attacke von der rechtsradikalen Hooligan-Gruppe „Terror Family“ organisiert wurde. Unter ihnen befinden sich aktive Neonazis, die bereits zuvor wegen Angriffe auf so genannte ethnische Minderheiten und andere Hooligan-Firms strafrechtlich aufgefallen sind. Die Gruppe ist für zahlreiche rassistische Symbole verantwortlich, welche in der Dynamo Kiew Kurve auftauchen – Hakenkreuze und keltische Kreuze. Sie würdigen Lazio Rom und übernehmen teils ihre Rechten Parolen á la „Duce“. Sie sind dafür bekannt, nicht in Kauf zu nehmen, wenn jemand ihre faschistoide Ideologie nicht akzeptiert.
Auf manch ihren Websites sind Medungen aufgetaucht, dass 60(!) Antifaschisten angegriffen worden seien. Manche dieser Nachrichten sind später heruntergenommen worden.

Die Fans von Arsenal Kiew
Der Kiewer Verein Arsenal bleibt der einzige seiner Art, dessen Fans sich in der Öffentlichkeit zum Antifaschismus bekennen. Dies verursachte bereits Konfrontationen mit anderen Fußballklubs in der Ukraine, wo Neonazis dominieren. Es gab bereits zuvor bewaffnete Angriffe auf Arsenal-Fans, doch dieser übertrifft die anderen in seiner Intensität.

Das Verhalten der Polizei
Direkt nach der Attacke nahm die Polizei vier der Angreifer fest. Einer von ihnen hatte ein blutüberströmtes Messer bei sich, andere hatten Blutspuren an den Händen, die versucht wurden zu entfernen. Zudem will die Polizei die Festgenommenen entlassen und behauptet, die Attacke sei von beiden Seiten organisiert worden.

Einer der Antifaschisten wurde im Krankenhaus von den Bullen befragt, ohne sich eine Arzterlaubnis zu holen. Die Polizei versucht eben durch die Behauptung, der Kampf sei von Antifas mitorganisiert worden, psychischen Druck zu erzeugen.
Das zeigt deutlich, dass die Polizei versucht, die ideologischen Motive für den Angriff auf die Arsenal-Fans zu verschleiern. Die Regierung weigert sich zu erkennen, dass es faschistische organisierte Gruppen in der Ukraine gibt, die einfach mal so einen Massenangriff im Zentrum der Ukrainischen Hauptstadt organisieren.

Wie wir erfahren haben gibt es auch an diesem Freitag den 27.8. eine Demonstration dazu in Leipzig. Hier der Aufruf der uns zugesandt wurd:

Kein Angriff bleibt unbeantwortet!
Никакое нападение не остаётся безответным

Solidarität mit allen Opfern faschistischer Gewalt – Weltweit!
Солидарностъ со всеми жертвами фашистского насилия по всему миру

Wenn in Kiew bei einem Fußballspiel durch Transparente Solidarität mit inhaftierten Antifaschist_innen aus Russland ausgedrückt wird, muss Mensch um das eigene Leben bangen. Ein junger Mann der sich am 15. August dieser – in der rechts-geprägten Fußballszene der Ukraine – ungewöhnlichen Geste anschloss, liegt mit mehreren Stichwunden in der Lunge im Krankenhaus.  Nach dem Spiel wurden die als antirassistisch und antifaschistisch geltenden Arsenal Kiew-Fans von 50 Neonazis überfallen. Die Angreifer waren mit Messern und Schlagringen bewaffnet und riefen „Heil Hitler“ und „White Power“. Während des Kampfes drohten die Neonazis, die Arsenal Kiew-Fans umzubringen – einem bewusstlos auf dem Boden liegenden Antifaschist wurde mit einem Messer erst in den Brustkorb und anschließend drei Mal in den Rücken gestochen. Seine Lunge wurde schwer verletzt, nach einer Operation ist sein Zustand zunächst stabil. Ein anderer Antifaschist wurde mit herausgeschlagenen Zähnen, vorübergehendem Gedächtnisverlust und Gehirnverletzung ins Krankenhaus gebracht. Andere Arsenal-Fans erlitten unterschiedlichste Verletzungen, u.a. schwere Verbrennungen im Gesicht. Nur einen Tag vorher stürmten in Pushkin (südlich von St. Petersburg) etwa 100 – laut Augenzeug_innen paramilitärisch organisierte – teilweise Vermummte ein Stadion und gingen u.a. mit Schreckschusswaffen, Messern und Wurfgeschossen auf die anwesenden linken Fußballfans los. Einige der Angreifer waren bereits durch andere Übergriffe mit neonazistischem Hintergrund einschlägig bekannt. Auch hier ist es reine Glückssache, dass es keine Toten gab. Die Polizist_innen vor Ort griffen weder ein noch forderten sie Verstärkung an.
Dem Vorgehen der militanten Neonazis liegt ein Trend zu Grunde: In Russland gab es im Jahr 2008 110 rassistisch motivierte Morde, 2009 waren es 71. Die Zahlen für die Ukraine sind unzuverlässiger, da auch hier die Strafverfolgungsbehörden häufig die Verfolgung der Straftaten verweigern und aktiv an der Beschneidung der Rechte der Opfergruppen durch Erpressung, Drohung und Anwendung physischer Gewalt beteiligt sind.
In zahlreichen osteuropäischen Staaten organisiert sich eine radikale Rechte, die nicht mehr Randgruppe, sondern schon tief verwurzelt im Bewusstsein und politischen Handeln der Gesellschaft ist. Bewaffnete rechte Milizen trainieren in der Ukraine und in Russland für die Machtübernahme. Nazis verüben Anschläge und Morde gegen Migrant_innen aus dem Kaukasus. Mobs aus Bürgern, Neo-Nazis und Staatsmacht greifen gemeinsam Gay-Pride-Paraden wie z.B. in Warschau, Budapest oder Moskau an. Auch in Deutschland haben Quantität und Qualität von Naziübergriffen in den letzten Jahren und Wochen zugenommen. So kam es in der letzten Woche zu 2 Brandanschläge auf linke Wohnprojekte in Dresden. Auch in Freiberg wurden Geschäfte von Migranten_innen angezündet. In Chemnitz, Radeberg und Meerane wurden ebenfalls in den letzten Wochen linke Projekt und Menschen von Nazis angegriffen.

Wir wollen mit der Demonstration uns mit jenen Menschen solidarisieren, die sich offen gegen die Nazis stellen und dafür ermordet, verletzt und verfolgt werden. Wir sind nicht bereit dem Schweigen und verharmlosen der Angriffe weiter tatenlos zu zuschauen. Wir wollen unsere Solidarität auf die Straße tragen und lautstark und unmissverständlich unseren Protest vor der russischen und ukrainischen Vertretung üben, denn in der Ukraine als auch in Russland wollen die Ermittlungsbehörden von ideologisch-politischen Hintergründen der Taten nichts wissen, die Angriffe werden als Hooliganismus und somit unpolitisch abgetan.
Zeigen wir, dass uns die Opfer des Naziterrors, egal ob in Russland, der Ukraine, Deutschland oder weltweit, nicht egal sind!
Siempre Antifascista!

Antifaschistische Demonstration
Fr. 27.8. 19:00h
Karl-Liebknecht-Str. Ecke Scharnhorststr. (Kant-Gymnasium)

Bilder von den Stern Fans:

Soli für antirassistsiche Fans 2

Soli für antirassistische Fans

Videos von einem der Übergriffe weitere Artikel zum Thema:

http://www.youtube.com/watch?v=b5919h-Qjsw&feature=player_embedded
http://www.youtube.com/watch?v=dKpuD3E2e7E&feature=player_embedded

http://www.antifa.ru/4832.html
http://www.avtonom.org/en/node/13004

http://de.indymedia.org/2010/08/288113.shtml
http://linksunten.indymedia.org/de/node/24351

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/08/21/gewaltorgie-gegen-linke-fusballfans_4378
http://npd-blog.info/2010/08/21/ukraine-gewaltorgie/

http://redquote.blogsport.eu/2010/08/21/gewaltorgie-gegen-linke-fusballfans/