Witterungsbedingt sind in letzter Zeit ja viele Spiele ausgefallen. Umso größer war die Freude bei vielen RSL Fans, auf das anstehende Hallenturnier in Beilrode. Beilrode bei Torgau. Da konnte mensch schon davon ausgehen, das sich lokale Nazis die Gelegenheit nicht entgehen lassen würden, den ewigen „Nörglern“ vom RSL eine Aufwartung zu machen.

In Beilrode machte uns aber zuerst die Polizei (Interview mit dem Einsatzleiter) mit 60 Beamt_innEn ihre Aufwartung. Wie so oft, gab es getrennte Zugänge. Der Hintereingang für den RSL und der Haupteingang für alle anderen. Zu „den Anderen“ zählte dann auch eine 36 Menschen zählende Ansammlung von Nazis aus Nah und Fern.

Während wir uns am Einlass mit den Veranstalter_innEn auseinandersetzen mussten, – welche mal wieder ein Problem mit unseren (politischen) Transparenten hatten – bezogen die Nazis Aufstellung auf dem uns gegenüber liegenden Rang.

Nach längerem Hin und Her, wurden unsere Transparente und Fahnen mit reingelassen und so kam dann jede_r in den Genuss sich für 6€ (es sollte sich lohnen) eine Eintrittskarte zu kaufen und sich in den „RSL Sektor“ (Die Veranstalter_innEn hatten extra einen Absperrzaun installiert) zu begeben.

Praktisch mit Anpfiff des 1. Spiels des RSLs, fingen die teils vermummten Nazis an, ihre „politischen“ Parolen zum Besten zu geben. „Ostdeutschland – Naziland“ oder Antisemitismen wie „Juden raus“. Da wurde es natürlich auch bei uns lauter und dann kurze Zeit darauf das laufende Spiel unterbrochen. Wie es aber so üblich ist, drohte der Staffelleiter nicht nur den Nazis, sondern auch uns mit dem Rauswurf. Dabei kam er nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass das hier ja nicht das „Judenland“ sei. Und so ging das eine Weile weiter, bis die Polizei den Nazihaufen umstellte und in einem längeren Prozedere  einzeln nach draußen verbrachte und erkennungsdienstlich behandelte. Während dieser Maßnahme schoben  einzelne Nazis ihre Vermummungsgegenstände und sogar einen Feuerwerkskörper unter dem Zaun durch, sodass diese auf den Spielfeldrand fielen um dann in einem vermeintlich unbeobachteten Moment von einem Beilroder Spieler eingesammelt zu werden.

Bei uns fing dann aber auch endlich der akustische Support an. Mit Gesang und Trommeln sorgten die RSL Fans für ordentlich Stimmung im Haus, was bei einigen Fans der anderen Teams wohl eher für Ruhestörung bzw. Provokation gehalten wurde. Als der RSL ein Tor schoss, warfen Unbekannte Papierschnipsel in die Luft, die z.T. auch auf  besagtem Spielfeldrand landeten. Dies hatte nun wieder zur Folge, dass der Staffelleiter zur Ruhe ermahnte („Silvester ist vorbei“), was die RSL Fans nur zu noch lauterem Gesang motivierte.

Und das die Nazis nicht nur am Spielfeldrand stehen, sondern auch selber Fußball spielen ist allgemein bekannt. So lief ein Spieler von Bad Düben wutentbrannt knallrot an, als der Schiri eine Situation pfiff, und brüllte lauthals „Du Jude“ in Richtung des Schiris. Das wurde, abgesehen von einigen RSL Fans, von den Anwesenden erwartungsgemäß ignoriert.

Bei der Preisverleihung wurde es dann nochmal laut, als der Bad Dübener Spieler auflief und ein Spieler ließ sich sogar zu einem Hitlergruß in Richtung RSL Fans hinreißen.

Was soll mensch sagen? Wen die Geschehnisse überrascht haben, war vmtl. noch nie mit dem RSL auswärts!

[Update 22.02.2011] Pressespiegel zu den Vorfällen [/Update]