Am vergangenen Samstag war es soweit. Die RSL Fans durften ihr Team (1. Herren) in Schenkenberg bei ihrem ersten Punktspiel im neuen Jahr anfeuern.

Die Polizei wartete mit einer Überraschung auf. Und zwar mit einem größeren Aufgebot als sonst. Aufgrund des am folgenden Sonntag stattfindenden Naziaufmarschs in Dresden, waren wohl mehr als genug Beamte in Sachsen. Und so wurde das Spiel offensichtlich als „Lehrstück“ für die jungen Beamt_innEn genutzt. Diese standen am Einlass herum, oder durften davor in „Abmarschformation“ (in 2er Reihen hintereinander stehend) verharren. Dabei verhielten diese sich anfänglich zurückhaltend und kramten höchstens mal in den Rucksäcken der Zuschauer rum und filmten die von RSL Fans aufgehängten Banner ab.

Trotz der unmittelbaren Nähe Schenkenbergs zu Delitzsch, blieb der vermutete Andrang lokaler Nazis vorerst aus. Nach einer Weile kam dann auch die Zapfanlage, getragen von einem jungen Mann mit einer schicken Jacke. Vorne mit einem schicken T und S und hinten mit dem Schriftzug „Steinar“ bestickt. Erwartungsgemäß reagierten die Verantwortlichen für „Wurst und Bier“ mit Ignoranz, auf den Hinweiß das ihr Kollege Naziklamotten trägt.

[Ergänzender Kommentar] Ergänzend sollte aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass unser hübscher Bierkutscher nach Hinweis durch die RSLer von seinem Vereinspräsidenten dazu aufgefordert wurde, die TS-Jacke auszuziehen oder wegzubleiben. Er hat sich dann kurz verpisst und ne andere Jacke drübergezogen. Muss man dem Verein zu Gute halten. Waren die ersten auf unserer Tournee, die sich die Problematik in Ruhe angehört haben und entsprechend reagierten.


Der erfahrene Blick erkennt sofort: Das ist Markenware!

Gegen Ende der 1. Halbzeit gesellten sich dann 2 junge Männer zu den RSL Fans. Einer trug einen „Let’s fight left side“ Aufnäher auf der Jacke und wurde deswegen von umstehenden RSL Fans zum gehen aufgefordert. Die beiden Nazis wollten aber nicht so recht und drohten das es „gleich richtig knallen“ würde, wenn sie nicht in Ruhe gelassen würden. Der Trainer von Schenkenberg, in dessen direkter Nähe sich das abspielte, drehte sich kurz um und erklärte, dass es sich doch bloß um „Gäste, die das Spiel sehen wollen“  handelt und jetzt Ruhe sein solle. Die umstehenden Einsatzkräfte hatten die Situation messerscharf erkannt  („Lassen sie sich nicht provozieren“) und führten die beiden Nazis Richtung Ausgang. Draußen vor dem Einlass, wurden die beiden dann kontrolliert. Da gerade Halbzeitpause war, wurde dies von einigen RSL Fans aus der Ferne betrachtet.

Darauf folgte dann ein weiteres „Lehrstück“ aus der Rubrik „Potentielle Störer umstellen und Personalien kontrollieren“. Es entspann sich eine kurze Diskussion über die Begründung der Maßnahme, die den verantwortlichen Polizisten in sichtliche Erklärungsnot brachte. Das Ganze wurde damit begründet, dass die umstellte Personengruppe der Kontrolle der „dem rechten Spektrum zuzuordnenden Personen“ zusah und das wäre eine „Provokation“ und deswegen wollten die Beamten nun kontrollieren ob sich in der Personengruppe Menschen befinden die „dem linken Spektrum zuzuordnen“ wären. Das das als Begründung für eine Personenkontrolle nicht ausreicht war auch dem verantwortlichen Polizisten klar und so gab er dann auch kurz zu das es doch „egal“ wäre warum, und das die Maßnahme jetzt stattfinden werde. Also übten die jungen Beamt_innEn das Einsammeln und Aushändigen von „Persis“.

Der „Thor Steinar“ Träger, hatte sich irgendwann eine unverfänglichere Jacke angezogen und stand während des Spiels einträchtig zusammen mit den anderen Schenkenberg Zuschauern.

Das Spiel endete 0:7 für den RSL. [Spielbericht des RSSC]