Archive for März, 2011

TSV Schildau (fast) vom Antisemitismus in den Ruin getrieben

Dienstag, März 29th, 2011

Am kommenden Sonntag wäre der RSL nach Schildau gefahren. Aber nun kommt Schildau (doch nicht) zu uns. Wieso, Weshalb, Warum….

[Update]Schildau ist zum Spiel, wegen  „Personalmangel“ nicht angetreten. 2:0 für den RSL![/Update]

Aus der LVZ vom 25. März 2011:

Heimrecht-Verzicht

Angriffe auf Roter Stern befürchtet

Schildau. Die Angst muss groß sein, wenn sich Bezirksklassenvertreter TSV 1862 Schildau rund 1500 Euro entgehen lässt.
Der Verein verzichtet auf den Heimvorteil am 3. April gegen die Fußballer des souveränen Tabellenführers
Roter Stern Leipzig und damit auf die zu erwartende Einnahme, weil die Verantwortlichen Ausschreitungen sowie
Schmährufe einzelner Zuschauer gegen die politisch links orientierten Messestädter erwarten.
Dazu war es bereits beim Gastspiel der Leipziger in der vergangenen Saison gekommen. Am 12. Mai hatte ein
rechtsradikaler Mob die Polizei angegriffen, die ein Aufeinandertreffen mit den 300 Sterne-Fans verhindern wollte.
Unter die insgesamt 510 Zuschauer hatten sich 60 zunächst unauffällige Nazis gemischt.

Unauffällig sieht anders aus. Wir erinnern nochmal an die schönen Transparente, die die Nazis damals entrollten: [Bericht vom Auswärtstspiel im Mai 2010]

Desweiteren sind die „Schildauer Jungs“, kein x-beliebige Provinz Jugendgang, sondern eine Kameradschaft mit „der längsten Kontinuität in der Region“. [Quelle: Situationsanalyse, Kulturbüro Sachsen]
Diese fahren übrigens auch gerne mal nach Tschechien um sich ihre Dosis Nazimusik abzuholen.[Liebesgrüße an die Schildauer Jungs bei Aryan Music (2004)]

Eine Wiederholung wollen die TSV-Verantwortlichen ausschließen.
„Wir hätten das Geld vom Roter-Stern-Spiel gut gebrauchen können. Aber wir haben auch Angst vor einem Vorfall wie im November hier gegen Radefeld, als uns danach das Sportgericht wegen eines angeblichen Zwischenrufs eines Zuschauers zu einer Strafe von 500 Euro verurteilte“, sagt Schildaus Stadionsprecher Lutz Herre.
Er stand in der Nähe des damaligen „Tatorts“, (mehr …)

Alexander L. – Prozessbericht (Berufungsverfahren)

Donnerstag, März 24th, 2011

Im Folgenden dokumentieren wir einen Prozessbericht aus dem Berufungsverfahren gegen Alexander L.

Urteil: 1 Jahr 6 Monate zu 3 Jahren auf Bewährung ausgesetzt.

Quelle: Indymedia (vom 24.03.2011)

Am 22. März 2011 fand vor dem Landgericht Leipzig ein weiteres Verfahren im Zusammenhang mit dem Überfall auf SpielerInnen und Fans des Roten Stern Leipzig am 24.10.2009 in Brandis (Landkreis Leipzig) statt. Diese waren damals von etwa 50 Neonazis und Hooligans aus offenkundig politischen Motiven u.a. mit Holzlatten und Eisenstangen angegriffen worden.
Der geständige Mittäter Alexander L., erstinstanzlich wegen u.a. gefährlicher Körperverletzung in drei tateinheitlichen Fällen zu einer Jugendstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten verurteilt, war in Berufung gegangen mit dem Ziel, sein Strafmaß auf eine Bewährungsstrafe zu reduzieren.

Zunächst verlas der Richter das am 17. Juni 2010 vom Amtsgericht Leipzig gefällte Urteil. Demnach war der im nahegelegenen Machern wohnhafte L. zusammen mit Steve H. am 24.10.2009 nach Brandis gefahren, um gegen 13:55 Uhr in einer etwa 40-köpfigen Gruppe den dortigen Fußballplatz ohne Bezahlung des Eintritts durch einen Nebeneingang zu betreten. Die teilweise Bewaffnung und Vermummung habe er ebenso gebilligt wie einen Ausruf aus der Gruppe: „Wir sind nicht zum Fußball hier! Wir haben andere Aufgaben!“ Der Mob aus Nazis und Hooligans folgte den flüchtenden RSL-Fans auf das Spielfeld, (mehr …)