Ein Tag nach dem Spiel steht in der LVZ Printausgabe folgender Satz im Bericht zum Pokalspiel SG LL gegen den RSL:

Bis auf die verbalen Scharmützel verlief der Nachmittag friedlich, wie die Organisatoren bestätigte. So begannen „Bambule-Randale“ die einen zu rufen, „Nur  ein Leutzscher ist ein Deutscher“, hielten die anderen dagegen. Ob auch faschistische Lieder, wie einige behaupteten, gesungen wurden, bestätigte der Schiri nicht.

In der Onlineausgabe wird der Teammanager der SG LL  folgend zitiert:

Jamal Engel sprach dagegen insgesamt von einer „guten Stimmung“.

Was der Schiri nicht bestätigen will, und Engel für eine gute Stimmung hält und die/der LVZ Report_in nicht mitbekommen haben will, hörte sich so

Antisemitische Schmährufe aus der Heimkurve

oder so

Nur ein Leutzscher…

und schliesslich auch so an:

Wenn das der Führer wüsst’…

und sieht u.a. so aus:

Quelle: LVZ Online Bildergalerie [link]

Unsere Erwartungen bzgl. der „Fans“ der SG LL wurden gestern weit übertroffen. Eine Mischung aus Nazis aus Leipzig und Umgebung und einem rechtsoffenen Pöbel, der mit den antisemitischen, nationalistischen und rassistischen Äußerungen vieler Heimkurvenbesucher kein Problem hatte.

Da wurde das U-Bahn-Lied angestimmt, „Juden, Juden, Juden“ Rufe und „Sterne in den Zug“ skandiert und auch das „Führerlied“ schallte mehrfach von den Rängen der SG LL.

Schon als wir am Stadion ankamen, riefen uns Fans der SGLL zu: Teutonisch, barbarisch, wir Leutzscher, wir sind arisch – Zitat Jürgen Kassek

Quelle: LVZ Online [link]

Auf dem Bild (oben) wird von einer Person (am linken Bildrand) der „Kühnengruss“ gezeigt. Die nebenstehenden Bereitschaftspolizisten ignorierten dies. Diese waren eher damit beschäftigt die RSL Fans abzufilmen. Nach ca. 5min kamen sie dann doch auf die Idee, den deutsch-nationalen Pöbel vom Zaun zurück zu drängen. Auch das „Führerlied“ wurde von den Bereitschaftspolizisten ignoriert. Dabei ist dies eine ganz klare Verherrlichung des NS und damit strafbar.
Was aber auch strafbar ist, ist „Strafvereitlung im Amt“ und dessen dürften sich so einige Beamten am Sonntag schuldig gemacht haben.

Der Schiedsrichter wurde von Spielern des RSL mehrfach auf die deutlich hörbaren Rufe angesprochen. Dieser meinte er könne das Spiel nicht unter- oder abbrechen, sonst „würde es Ausschreitungen geben“. Eine gelbe Karte für den RSL Spieler und „Jetzt spielen wir erstmal Fußball“ war das einzige was ihm dazu einfiel.
Später behauptete er noch, dass die diskriminierenden Äußerungen im Spielbericht notiert würden. Im Spielbericht steht nichts davon.

Das in Sachsen ein eher lockerer Umgang mit den DFB Richtlinien zum Umgang mit Diskriminierung [DFB Broschüre zum Thema] gepflegt wird, ist ja bekannt. Gestern haben die Ordner_innen, die Schiedsrichter sowie die Verantwortlichen der SG LL offen gezeigt, dass sie keinerlei Probleme mit antisemitischen oder rassistischen Parolen und denen die sie äußern haben. Die restlichen „unpolitischen“ SG LL Anhänger_innen eingeschlossen.

Vereinssprecher Jamal Engel schließt Augen und Ohren

Ich befasse mich nicht mit Politik. Im Spielberichtsbogen steht nichts dergleichen drin, also muss ich mich auch nicht damit befassen.

Quelle: LVZ Online [link]

und öffnet Türen. Eine Gruppe von Nazis, welche bereits lange vor Anpfiff an der Kegelbahn rumlungerte und die eintreffenden Sternespieler mit dem U-Bahn-Lied empfing, wurde vom unpolitischen Jamal explizit ins Stadion gebeten. Irgendjemand muss ja schliesslich für die „gute Stimmung“ sorgen…

Die Bilder und „Hörbeispiele“ belegen was sich am Sonntag Bahn brach. Auch wenn es nicht im Spielbericht steht, so ist es dennoch Realität.

SG Leipzig-Deutzsch: Faschistisch, arisch, ansonsten seid ihr gar nichts!

andere Stimmen:

UPDATE:

Die heutige LVZ hat das zu bieten:

Pokal-Nachspiel

Vorwürfe von beiden Seiten

Leipzig. Die Sache war eigentlich klar entschieden: Mit 10:0 hatte die SG Leipzig-Leutzsch Pokalkontrahent Roter Stern vom Platz gefegt – doch von Seiten der Verlierer gab es gleich darauf heftige Vorwürfe. So sollen von Zuschauern Nazi-Lieder gesungen worden sein. Wie ein Ohrenzeuge gestern bestätigte, sei das auch in einem Fan-Bereich tatsächlich geschehen.

Auf Nachfrage erklärten allerdings gestern sowohl Lutz Mende vom Sächsischen Fußball-Verband, Schiedsrichter Jens Rohland (Regis-Breitingen) als auch SGL-Sprecher Jamal Engel, dass sie beim Lärm von 1278 Fans davon nichts gehört hätten. „Wenn es das gegeben hat, so bedauern wir das und werden mit entsprechenden Maßnahmen dagegen vorgehen“, sagte Engel. Er bescheinigte Roter Stern, ein schlechter Verlierer zu sein.

„Wir lassen uns aber nicht in eine rechtsradikale Ecke drängen, wie das wohl die Absicht von Roter Stern ist“, wehrt er sich gegen Vorwürfe, sein Verein sei „ein Nazi-Verein“. Bei der SGL spielen etwa 30 Prozent Kinder und Jugendliche mit so genanntem Migrationshintergrund. In der Sachsenliga-Elf sind mit Fawad Wororzay (Wurzeln in Afghanistan) und Mohammed Al-Ghufri (Jemen) junge Kicker am Ball. „Mit diesen schlimmen Aussagen wird eindeutig versucht, politische Ziele in den Fußballsport zu bringen. Diese Leute wollen ihren Extremismus leben und den Sport dazu missbrauchen“, bezieht Engel auch im Namen seines Vorstandes Stellung.

Bereits als er das Stadiongelände betrat, sei er von gegnerischen Zuschauern aufs Übelste beleidigt worden. „Die jungen Fußballer um mich herum wussten gar nicht, wie ihnen geschah, als auch sie als ,Nazis‘ beschimpft wurden. Das war bestimmt ein Schock für die Kinder.“

Die Grünen-Politiker Monika Lazar und Jürgen Kasek, beide Augenzeugen der Partie, verwiesen gestern gegenüber LVZ-online darauf, dass im Stadion von Seiten der SGL-Anhänger deutlich rechtsradikale Rufe zu hören gewesen seien. Ein Spieler von Roter Stern, der seinen Namen nicht nennen wollte, berichtete davon, wie er vor dem gegnerischen Fanblock beschimpft wurde.

Irgendwie erinnert das ja an dieses Bild:

Es fragt sich, was den drei Herren noch vorgelegt werden muss, damit sie sich mit dem Thema beschäftigen. Aber wenisgtens Jamal Engel glänzt noch mal mit einer super Argumentation: „Bei der SGL spielen etwa 30 Prozent Kinder und Jugendliche mit so genanntem Migrationshintergrund.“

Ja weil es auch welche mit „Migrationshintergund“ gibt, können wir doch auch gar keine Rassisten oder Nazis sein. Sehr einleuchtende Argumentation, nicht nur, dass auch „Ausländer“ Rassisten sein können, das spielt dabei nämlich gar keine Rolle, nein, auch die von Rassisten und Nazis sehr gerne hervorgebrachte Aussage: „Ich hab auch Ausländer als Freunde, die sind ja auch ganz ok, aber die Anderen die nicht arbeiten…“ oder „Die sind ja nicht alle so, ich hab ja selber auch Ausländer Freunde, aber man wird ja nochmal sagen dürfen…“. Gerne wird Unterschieden in „gute“ und „böse“ „Ausländer“, die Einen arbeiten, sind angepasst und mein Freund und die Anderen arbeitlos, kriminell usw.. Es ist immer die gleiche Leier.

Zusammengefasst, es ist völlig unwichtig wie viele Menschen mit „Migrationshintergrund“ bei der SG LL spielen, es ändert nämlich nicht`s an dem was am Wochenende im Stadion passiert ist. Es konnte jede/r hören und sehen, ebenso die drei Herren, sie wurden sogar mehrmals darauf hingewiesen ohne tätig zu werden.

Und auch die armen „jungen Fußballspieler“ der SG LL sind kein deut besser, wenn sie in der Umkleidekabine singen: „Schlagt die Zecken tot.“ oder ihren Gegenspieler als „Kommunistenschwein“ betiteln. Aber wir wissen es ja, in Leutzsch sind alle „DEUTSCH“, „Fans“, Verantwortliche, Spieler, Schiedsrichter naja und der Verband will sich da ja auch nicht Lumpen lassen, konnte doch schon in der letzten Saison vom Staffelleiter erfahren werden, dass wir hier (Sachsen/Deutschland) nicht in „Judenland“ sind.

Eine weitere spannende Nachfrage hier:

Kam eigentlich niemand auf die Idee, Herrn Engel zu fragen, wie es damals so war, als er noch für den Stern spielte?

http://www.roter-stern-leipzig.de/teams/fussball/alte-herren/tabellen/2002-2003/spieltag2.htm

Herr Engel, wir war das damals bei den schlechten Verlieren und (Links)Extremisten?

 

Die Fans der SG Leipzig Leutzsch im Video: Nichts gehört?