Noch am Tag des Pokalspiels (04.09.2011) SG Leipzig Leutzsch gegen Roter Stern Leipzig wurde ein Verfahren am Sportgericht gegen die SG LL eingeleitet. Dieses wurde heute mit u.a. folgender Begründung eingestellt.

Quelle: Sportgerichtsverfahren gegen die SG Leipzig Leutzsch eingestellt auf der Homepage SG LL

Soweit dem Verein weiter diverse Gesänge seiner Anhänger vorgeworfen wurden, ist das Sportgericht hiervon nicht ohne Restzweifel überzeugt. Nachdem der Verein in seiner Einlassung diese bestritt und sowohl der Schiedsrichterbericht als auch der Bericht des Sicherheitsbeauftragten unergiebig waren, wurden der dem Spiel beiwohnende Sicherheitsbeauftragte Mende sowie SR Rohland nochmals angehört. Sie haben indes die vorgeworfenen Gesänge (bis auf den insoweit nicht relevanten Gesang: „Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher“) nicht wahrgenommen. Soweit ein Internetvideo, was im Übrigen die Beteiligten nicht ins Verfahren eingeführt haben, mit vermeintlichen Auszügen des Spiels im Umlauf ist, konnte das Sportgericht dieses als Beweismittel nicht verwerten, da bereits unbekannt ist, ob es sich hierbei um eine echte (teilweise) Spielaufzeichnung handelt und Im Übrigen Zweifel an der Wertneutralität bestehen.

Das der Gesang „Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher“ für das Sportgericht „nicht weiter relevant“ ist, überrascht kaum. Alle weitere Gesänge  (z.B.: „Juden, Juden, Juden“ oder das „Führerlied“ oder „…wir Leutzscher wir sind arisch“) wurden vom „Sicherheitsbeauftragte[n] Mende sowie SR Rohland“ nicht wahrgenommen und außerdem auch im Spielbericht nicht erwähnt. Obwohl das bekannte Video, in dem diverse weitere „Gesänge“ zu hören sind keine Verwendung im Verfahren fand, zweifelt das Sportgericht an dessen „Wertneutralität“.

Vermutlich wäre es „wertneutral“, wenn darin auch die Verlautbarungen aus dem Gästebereich dokumentiert gewesen wären. So wurde z.B  „ihr habt den Krieg verloren“ aus dem Gästeblock gerufen. Da fühlen sich Menschen, die die militärische Niederschlagung Nazideutschlands 1945 nicht so gut finden, natürlich provoziert.

Das Urteil ist eine Farce. Unseren bisherigen Erfahrungen mit dem Sportgericht des sächsischen Landesverbands  aber entsprechend. Der Radiomitschnitt von Radio Blau, sowie die Tonspur der Aufzeichnung von Leipzig Fernsehen machen deutlich (hörbar), das besagte – jene von Restzweifeln behaftete – „Gesänge“ andauernd  zu hören waren. Aber so was interessiert das Sportgericht gar nicht.

Und wenn der Schiri (nach dem Spiel) nichts gehört haben will, und die SG LL die Vorwürfe in einer Einlassung bestreitet, dann ist das Urteil nur folgerichtig.

Wer dabei war, weiß was da für Rufe von Seiten der SG LL „Fans“ kamen. Von „Unergiebigkeit“ kann nur die Rede sein, wen mensch die Problematik (SG LL und seine Fans)  nicht angehen will und stattdessen dann lieber die RSL Fans beschuldigt.

Ohne weitere sehr kostenintensive Maßnahmen war eine Aufklärung nicht zu erzielen. Von daher war das Verfahren insoweit einzustellen.

Was das für Maßnahmen sind, hätte uns auch interessiert. Aber wenn das Geld nicht da ist, dann bleiben die Dinge halt wie sie sind. Dann bleibt Fußball, eben Fußball.