Lang hatten wir schon nichts mehr von Brandis gehört. Doch nun meldet sich die Dorfgemeinschaft östlich von Leipzig, mit neuen (und dennoch bekannten) Hits in der Naunhofer Parthelandhalle zurück.

Beim Hobbyfußball-Turnier „Raiba-Cup“ in der Naunhofer Parthelandhalle sind am Wochenende rechtsradikale Schmähgesänge angestimmt worden. Wie die Polizei mitteilte, erklangen am Samstagmorgen gegen 0.30 Uhr während des Spiels einer Brandiser Auswahl Lieder mit volksverhetzendem Inhalt.

Die Beamten griffen ein und stellten die Identität der Täter innerhalb einer zwölfköpfigen Fangruppe fest. Der Veranstalter des Hobbyturniers sprach den mutmaßlichen Neonazis ein Hausverbot aus und erstattete Anzeige.

Quelle: Oschatzer Allgemeine – Rechtsradikale Schmähgesange bei Hobbyfußball-Turnier in Naunhof

Der Veranstalter bestätigte übrigens gegenüber Chronik.LE, dass die Rufe von Leuten aus Brandis kamen. Demnach wurde das sächsische U-Bahn-Netz um einen weiteren Haltepunkt in Naunhof erweitert. Sachsen hat bereits das weltgrößte U-Bahnnetz, Tatort Brandis berichtete.

Leider neigen viele Menschen zu unzulässigen Verallgemeinerungen. So auch diesmal ein findiger Onlinejournalist der LVZ, der bemüht war, eine  kleine Zusatzinformation an diese Meldung zu basteln. Tatort Brandis klärt wie immer auf! Der LVZ-Bericht geht folgendermaßen weiter:

Vor drei Jahren war der Brandiser Fußball schon einmal in die Schlagzeilen geraten, als bei einem Bezirksliga-Spiel von Roter Stern Leipzig beim FSV Brandis etwa 50 Neonazis aufs Feld stürmten und die Leipziger Spieler und Fans mit Holzlatten und Eisenstangen attackierten. Bei dem brutalen Überfall waren vier Menschen zum Teil schwer verletzt worden.

Eine unzulässige und journalistisch unterirdische Verknüpfung von verfaultem Apfel und brauner Birne! Wir berichtigen hier gern: Bei dem Hallenturnier in Naunhof spielten Freizeitmannschaften – demzufolge haben Mannschaft wie Anhänger_innen selbiger natürlich NICHTS mit dem FSV Brandis zu tun! Zumindest nicht zwangsläufig.

Viel naheliegender wäre doch folgendes: Selbes Turnier in Naunhof wurde vor zwei Jahren schonmal von Nazis besucht. Damals konnte sich die Polizei noch nicht durchringen, Neonazi-Gesänge als „rechtsradikale“ zu bezeichnen, vielmehr handelte es sich damals noch um „provokative Sprüche“ (Wer hat hier seine Sprache verändert?). Und: „Unter den provozierenden Personen haben sich nach Angaben des Veranstalters ’stadtbekannte Jugendliche aus Brandis‘ befunden“, so auch Mitglieder der lebensbejahenden Volksmusikgruppe „Hardcore Brandis„.

 

Wobei… Liebe LVZ: eine kleine Nachfrage beim „Pressesprecher“ des FSV Brandis kann eigentlich nie schaden. Von dem haben wir auch schon lange nichts mehr gehört!