Posts Tagged ‘Antisemitismus’

Die Regierung antwortet auf Pokalspiel

Donnerstag, Oktober 13th, 2011

Miro Jennerjahn von den Grünen hat eine kleine Anfrage im sächsischen Parlament gestellt. Die Fragen beziehen sich auf die Geschehnisse beim Pokalspiel des RSL gegen SG LL.

Die Regierung hat nun geantwortet [pdf].

Kurz zusammen gefasst:

  • Die Polizei hat die Rufe auch gehört und evtl. auch dokumentiert
  • Sie wissen auch das Thomas Gerlach da war (…Person[…]die dem Freien Netz Mitteldeutschland zugeordnet werden kann.)
  • Und es gibt bisher 6 Ermittlungsverfahren u.a. wegen Hitlergruß, Kühnengruß, Doppelsigrune, Vermummung
  • Die Fans der SG LL werden NICHT vom VS beobachtet

Das beste U-Bahnnetz gibt es in Sachsen

Montag, Oktober 3rd, 2011

Wenn mensch von den Erfahrungen von Spielen des Roten Stern Leipzig ausgeht, gibt es nirgendwo ein so gutes U-Bahnnetz wie in Sachsen. Hier kann ganz bequem von Connewitz/Leipzig bis nach Auschwitz gefahren werden. Von so vielen fleißigen Menschen wie sie im Leipziger Umland zu finden sind, kann in Leipzig nur geträumt werden, die eine „U-Bahnlinie“ an der hier seit Jahren gebaut wird, sie wäre mit diesen „Engagierten“ längst fertig und hätte mehr Stationen.

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Vollkommen unstrittig

Freitag, September 9th, 2011

Bis gestern hatte die LVZ noch von „angeblichen“ antisemitischen und nationalistischen Rufen Einzelner und von „Vorwürfen“ durch den Roten Stern Leipzig berichtet.

Nun ist es auch bei der LVZ soweit und jetzt liest sich die Berichterstattung schon anders – will sagen: konkreter:

Nach den rechtsradikalen Sprechchören am vergangenen Sonntag beim Pokalspiel zwischen der SG Leipzig Leutzsch (SGLL) und Roter Stern Leipzig…

Die LVZ braucht halt immer ein bissl länger, ne!

Bürgermeister Rosenthal hat der SG LL nun eine klare Ansage gemacht:
Dreht euch oder es gibt keine städtische Finanzierung mehr!

Engel lenkt ein bischen ein, hat aber noch einen gänzlich unerwarteten Triumph im Ärmel: Linksextremismus!

Zitat aus der L-IZ:

Nun scheint es jedoch auch seitens des Vereins ein erstes Umdenken zu geben. „Wir prüfen schon Maßnahmen und distanzieren uns von extremistischen Äußerungen sowohl aus dem rechten als auch aus dem linken Spektrum„, kommentierte Jamal Engel das Schreiben des Sportbürgermeisters. „Wir werden im geforderten zeitlichen Rahmen eine Antwort geben. Diese einzufordern ist auch das gute Recht von Herrn Rosenthal.“ Man kann also davon ausgehen, dass die SG Leipzig Leutzsch die „extremistische Äußerungen“ aus dem „linken Spektrum“ ebenfalls bis zum 16. September 2011 beweisen wird.

Mensch Engel, auf den Nachweiß von linksextremistischen Äußerungen sind wir aber mal gespannt. Wirklich jetzt!

Quellen:

Verbale Scharmützel [Update]

Montag, September 5th, 2011

Ein Tag nach dem Spiel steht in der LVZ Printausgabe folgender Satz im Bericht zum Pokalspiel SG LL gegen den RSL:

Bis auf die verbalen Scharmützel verlief der Nachmittag friedlich, wie die Organisatoren bestätigte. So begannen „Bambule-Randale“ die einen zu rufen, „Nur  ein Leutzscher ist ein Deutscher“, hielten die anderen dagegen. Ob auch faschistische Lieder, wie einige behaupteten, gesungen wurden, bestätigte der Schiri nicht.

In der Onlineausgabe wird der Teammanager der SG LL  folgend zitiert:

Jamal Engel sprach dagegen insgesamt von einer „guten Stimmung“.

Was der Schiri nicht bestätigen will, und Engel für eine gute Stimmung hält und die/der LVZ Report_in nicht mitbekommen haben will, hörte sich so

Antisemitische Schmährufe aus der Heimkurve

oder so

Nur ein Leutzscher…

und schliesslich auch so an:

Wenn das der Führer wüsst’…

und sieht u.a. so aus:

Quelle: LVZ Online Bildergalerie [link]

Unsere Erwartungen bzgl. der „Fans“ der SG LL wurden gestern weit übertroffen. Eine Mischung aus Nazis aus Leipzig und Umgebung und einem rechtsoffenen Pöbel, der mit den antisemitischen, nationalistischen und rassistischen Äußerungen vieler Heimkurvenbesucher kein Problem hatte.

Da wurde das U-Bahn-Lied angestimmt, „Juden, Juden, Juden“ Rufe und „Sterne in den Zug“ skandiert und auch das „Führerlied“ schallte mehrfach von den Rängen der SG LL.

Schon als wir am Stadion ankamen, riefen uns Fans der SGLL zu: Teutonisch, barbarisch, wir Leutzscher, wir sind arisch – Zitat Jürgen Kassek

Quelle: LVZ Online [link]

Auf dem Bild (oben) wird von einer Person (am linken Bildrand) der „Kühnengruss“ gezeigt. Die nebenstehenden Bereitschaftspolizisten ignorierten dies. Diese waren eher damit beschäftigt die RSL Fans abzufilmen. Nach ca. 5min kamen sie dann doch auf die Idee, den deutsch-nationalen Pöbel vom Zaun zurück zu drängen. Auch das „Führerlied“ wurde von den Bereitschaftspolizisten ignoriert. Dabei ist dies eine ganz klare Verherrlichung des NS und damit strafbar.
Was aber auch strafbar ist, ist „Strafvereitlung im Amt“ und dessen dürften sich so einige Beamten am Sonntag schuldig gemacht haben.

Der Schiedsrichter wurde von Spielern des RSL mehrfach auf die deutlich hörbaren Rufe angesprochen. Dieser meinte er könne das Spiel nicht unter- oder abbrechen, sonst „würde es Ausschreitungen geben“. Eine gelbe Karte für den RSL Spieler und „Jetzt spielen wir erstmal Fußball“ war das einzige was ihm dazu einfiel.
Später behauptete er noch, dass die diskriminierenden Äußerungen im Spielbericht notiert würden. Im Spielbericht steht nichts davon.

Das in Sachsen ein eher lockerer Umgang mit den DFB Richtlinien zum Umgang mit Diskriminierung [DFB Broschüre zum Thema] gepflegt wird, ist ja bekannt. Gestern haben die Ordner_innen, die Schiedsrichter sowie die Verantwortlichen der SG LL offen gezeigt, dass sie keinerlei Probleme mit antisemitischen oder rassistischen Parolen und denen die sie äußern haben. Die restlichen „unpolitischen“ SG LL Anhänger_innen eingeschlossen.

Vereinssprecher Jamal Engel schließt Augen und Ohren

Ich befasse mich nicht mit Politik. Im Spielberichtsbogen steht nichts dergleichen drin, also muss ich mich auch nicht damit befassen.

Quelle: LVZ Online [link]

und öffnet Türen. Eine Gruppe von Nazis, welche bereits lange vor Anpfiff an der Kegelbahn rumlungerte und die eintreffenden Sternespieler mit dem U-Bahn-Lied empfing, wurde vom unpolitischen Jamal explizit ins Stadion gebeten. Irgendjemand muss ja schliesslich für die „gute Stimmung“ sorgen…

Die Bilder und „Hörbeispiele“ belegen was sich am Sonntag Bahn brach. Auch wenn es nicht im Spielbericht steht, so ist es dennoch Realität.

SG Leipzig-Deutzsch: Faschistisch, arisch, ansonsten seid ihr gar nichts!

andere Stimmen:

UPDATE:

Die heutige LVZ hat das zu bieten:

Pokal-Nachspiel

Vorwürfe von beiden Seiten

Leipzig. Die Sache war eigentlich klar entschieden: Mit 10:0 hatte die SG Leipzig-Leutzsch Pokalkontrahent Roter Stern vom Platz gefegt – doch von Seiten der Verlierer gab es gleich darauf heftige Vorwürfe. So sollen von Zuschauern Nazi-Lieder gesungen worden sein. Wie ein Ohrenzeuge gestern bestätigte, sei das auch in einem Fan-Bereich tatsächlich geschehen.

Auf Nachfrage erklärten allerdings gestern sowohl Lutz Mende vom Sächsischen Fußball-Verband, Schiedsrichter Jens Rohland (Regis-Breitingen) als auch SGL-Sprecher Jamal Engel, dass sie beim Lärm von 1278 Fans davon nichts gehört hätten. „Wenn es das gegeben hat, so bedauern wir das und werden mit entsprechenden Maßnahmen dagegen vorgehen“, sagte Engel. Er bescheinigte Roter Stern, ein schlechter Verlierer zu sein.

„Wir lassen uns aber nicht in eine rechtsradikale Ecke drängen, wie das wohl die Absicht von Roter Stern ist“, wehrt er sich gegen Vorwürfe, sein Verein sei „ein Nazi-Verein“. Bei der SGL spielen etwa 30 Prozent Kinder und Jugendliche mit so genanntem Migrationshintergrund. In der Sachsenliga-Elf sind mit Fawad Wororzay (Wurzeln in Afghanistan) und Mohammed Al-Ghufri (Jemen) junge Kicker am Ball. „Mit diesen schlimmen Aussagen wird eindeutig versucht, politische Ziele in den Fußballsport zu bringen. Diese Leute wollen ihren Extremismus leben und den Sport dazu missbrauchen“, bezieht Engel auch im Namen seines Vorstandes Stellung.

Bereits als er das Stadiongelände betrat, sei er von gegnerischen Zuschauern aufs Übelste beleidigt worden. „Die jungen Fußballer um mich herum wussten gar nicht, wie ihnen geschah, als auch sie als ,Nazis‘ beschimpft wurden. Das war bestimmt ein Schock für die Kinder.“

Die Grünen-Politiker Monika Lazar und Jürgen Kasek, beide Augenzeugen der Partie, verwiesen gestern gegenüber LVZ-online darauf, dass im Stadion von Seiten der SGL-Anhänger deutlich rechtsradikale Rufe zu hören gewesen seien. Ein Spieler von Roter Stern, der seinen Namen nicht nennen wollte, berichtete davon, wie er vor dem gegnerischen Fanblock beschimpft wurde.

Irgendwie erinnert das ja an dieses Bild:

Es fragt sich, was den drei Herren noch vorgelegt werden muss, damit sie sich mit dem Thema beschäftigen. Aber wenisgtens Jamal Engel glänzt noch mal mit einer super Argumentation: „Bei der SGL spielen etwa 30 Prozent Kinder und Jugendliche mit so genanntem Migrationshintergrund.“

Ja weil es auch welche mit „Migrationshintergund“ gibt, können wir doch auch gar keine Rassisten oder Nazis sein. Sehr einleuchtende Argumentation, nicht nur, dass auch „Ausländer“ Rassisten sein können, das spielt dabei nämlich gar keine Rolle, nein, auch die von Rassisten und Nazis sehr gerne hervorgebrachte Aussage: „Ich hab auch Ausländer als Freunde, die sind ja auch ganz ok, aber die Anderen die nicht arbeiten…“ oder „Die sind ja nicht alle so, ich hab ja selber auch Ausländer Freunde, aber man wird ja nochmal sagen dürfen…“. Gerne wird Unterschieden in „gute“ und „böse“ „Ausländer“, die Einen arbeiten, sind angepasst und mein Freund und die Anderen arbeitlos, kriminell usw.. Es ist immer die gleiche Leier.

Zusammengefasst, es ist völlig unwichtig wie viele Menschen mit „Migrationshintergrund“ bei der SG LL spielen, es ändert nämlich nicht`s an dem was am Wochenende im Stadion passiert ist. Es konnte jede/r hören und sehen, ebenso die drei Herren, sie wurden sogar mehrmals darauf hingewiesen ohne tätig zu werden.

Und auch die armen „jungen Fußballspieler“ der SG LL sind kein deut besser, wenn sie in der Umkleidekabine singen: „Schlagt die Zecken tot.“ oder ihren Gegenspieler als „Kommunistenschwein“ betiteln. Aber wir wissen es ja, in Leutzsch sind alle „DEUTSCH“, „Fans“, Verantwortliche, Spieler, Schiedsrichter naja und der Verband will sich da ja auch nicht Lumpen lassen, konnte doch schon in der letzten Saison vom Staffelleiter erfahren werden, dass wir hier (Sachsen/Deutschland) nicht in „Judenland“ sind.

Eine weitere spannende Nachfrage hier:

Kam eigentlich niemand auf die Idee, Herrn Engel zu fragen, wie es damals so war, als er noch für den Stern spielte?

http://www.roter-stern-leipzig.de/teams/fussball/alte-herren/tabellen/2002-2003/spieltag2.htm

Herr Engel, wir war das damals bei den schlechten Verlieren und (Links)Extremisten?

 

Die Fans der SG Leipzig Leutzsch im Video: Nichts gehört?

DRadio Interview: Ein zweites Mügeln, scheint nur eine Frage der Zeit

Mittwoch, April 27th, 2011

Deutschlandradio hat ein Interview mit Vertreter_innen des RSL geführt. Es geht um Mügeln, Brandis, zurückgezogene Interviews mit der Polizei, die sächsische Provinz, die Diskrepanz zwischen dem DFB und dem sächsischen Fußballverband, etc. Ein sehr empfehlenswerter Beitrag!

zum hören: Deutschlandradio Interview Roter Stern Leipzig

zum nachlesen: In Sachsen kämpft ein Fußballverein für Toleranz und gegen Fremdenhass.

TSV Schildau (fast) vom Antisemitismus in den Ruin getrieben

Dienstag, März 29th, 2011

Am kommenden Sonntag wäre der RSL nach Schildau gefahren. Aber nun kommt Schildau (doch nicht) zu uns. Wieso, Weshalb, Warum….

[Update]Schildau ist zum Spiel, wegen  „Personalmangel“ nicht angetreten. 2:0 für den RSL![/Update]

Aus der LVZ vom 25. März 2011:

Heimrecht-Verzicht

Angriffe auf Roter Stern befürchtet

Schildau. Die Angst muss groß sein, wenn sich Bezirksklassenvertreter TSV 1862 Schildau rund 1500 Euro entgehen lässt.
Der Verein verzichtet auf den Heimvorteil am 3. April gegen die Fußballer des souveränen Tabellenführers
Roter Stern Leipzig und damit auf die zu erwartende Einnahme, weil die Verantwortlichen Ausschreitungen sowie
Schmährufe einzelner Zuschauer gegen die politisch links orientierten Messestädter erwarten.
Dazu war es bereits beim Gastspiel der Leipziger in der vergangenen Saison gekommen. Am 12. Mai hatte ein
rechtsradikaler Mob die Polizei angegriffen, die ein Aufeinandertreffen mit den 300 Sterne-Fans verhindern wollte.
Unter die insgesamt 510 Zuschauer hatten sich 60 zunächst unauffällige Nazis gemischt.

Unauffällig sieht anders aus. Wir erinnern nochmal an die schönen Transparente, die die Nazis damals entrollten: [Bericht vom Auswärtstspiel im Mai 2010]

Desweiteren sind die „Schildauer Jungs“, kein x-beliebige Provinz Jugendgang, sondern eine Kameradschaft mit „der längsten Kontinuität in der Region“. [Quelle: Situationsanalyse, Kulturbüro Sachsen]
Diese fahren übrigens auch gerne mal nach Tschechien um sich ihre Dosis Nazimusik abzuholen.[Liebesgrüße an die Schildauer Jungs bei Aryan Music (2004)]

Eine Wiederholung wollen die TSV-Verantwortlichen ausschließen.
„Wir hätten das Geld vom Roter-Stern-Spiel gut gebrauchen können. Aber wir haben auch Angst vor einem Vorfall wie im November hier gegen Radefeld, als uns danach das Sportgericht wegen eines angeblichen Zwischenrufs eines Zuschauers zu einer Strafe von 500 Euro verurteilte“, sagt Schildaus Stadionsprecher Lutz Herre.
Er stand in der Nähe des damaligen „Tatorts“, (mehr …)

Pressespiegel: Hallenturnier in Beilrode ’11

Donnerstag, Februar 10th, 2011

Berichterstattung zu den antisemitischen (Aus)Vorfällen:

dokumentierte (offline) Presseartikel:

  • Torgauer Zeitung (Januar 2011):
Nur Plattform für Chaoten?

Fußball (TZ/LAND). Angesichts des Großaufgebots an Polizei sowie Security in und um die Beilroder Ostelbienhalle geriet der Fußball am Samstagnachmittag fast zur Nebensache. Einmal mehr brach sich bei Spielen mit Beteiligung des Roten Sterns Leipzig der Stumpfsinn hohle Bahn: Ungefähr 30 Personen, die eindeutig dem rechten Spektrum zuzurechnen und teilweise vermummt waren, provozierten mit Gesängen weit unter der moralischen Gürtellinie wie „Ostdeutschland – Naziland.“

Einzig und allein dem besonnenen und bestimmten Auftreten des Turnierleiters des Sächsischen Fußballverbandes, Eberhard Sowa, der per Mikrofon klare Ansagen machte, und der Polizei war es zu verdanken, dass es „nur“ bei verbalen Scharmützeln blieb. Die Beamten räumten schließlich den Block, als die unterirdischen und menschenverachtenden Sprechchöre nicht verstummten. […]

und als wäre das alles nicht schlimm genug:

[…] Der gastgebende FSV Beilrode 09 musste zudem die kurzfristigen Absagen von Eilenburg und Taucha zur Kenntnis nehmen, sodass aus zwei Staffeln eine wurde.

  • Interview mit Torgaus Revierleiter Jens Galka in der Torgauer Zeitung (Januar 2011)

TZ: Konnten Sie den Einsatz als Erfolg verbuchen?
Jens Galka: Es war ein guter Einsatz. Das Turnier ist ohne große Störungen vonstatten gegangen.

Ohne große Störungen?
Mit den Veranstaltern war abgesprochen, dass wir den Außenbereich sichern und bereit stehen, wenn die Security-Kräfte in der Halle mit einer Situation überfordert sind. Das war der Fall, als eine Gruppe Jugendlicher sich vermummte und nazistische und antisemitische Parolen grölte. Daraufhin wurde beschlossen, diese Personen zu entfernen.

Das hat die Polizei übernommen.
Wir haben 36 Jugendliche aus der Halle gebracht und Platzverweise ausgesprochen. Die Jugendlichen haben auch keinen Widerstand geleistet, sodass alles gewaltfrei passieren konnte.

Gab es nach dem Rauswurf ein Nachspiel?
Drinnen und draußen ist ruhig geblieben. Das Turnier verlief von da ab ohne weitere Zwischenfälle. Allerdings müssen sieben der Störer mit Anzeigen rechnen.

Woher kamen die Störer?
Sie gehörten zu keiner Mannschaft, kamen zum Teil direkt aus der Gegend, oder waren von weit angereist.

Wie viele Kräfte waren im Einsatz, woher kamen sie?
Wir hatten 60 Kolleginnen und Kollegen aus dem Revier, der Polizeidirektion und der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Nach unseren Erfahrungen mit Spielen von Roter Stern auf hiesigen Plätzen waren wir gewarnt.

Wie lief die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern?
Problemlos. Es hatte bereits Ende Dezember Vorberatungen gegeben. Die Aufgaben war klar verteilt. Es herrschte auch Einigkeit, als es darum ging, die Störer aus der Halle zu bringen. Diese Grölereien warfen schließlich kein gutes Licht auf die Veranstaltung.

Wir sind hier nicht im Judenland

Montag, Januar 17th, 2011

Witterungsbedingt sind in letzter Zeit ja viele Spiele ausgefallen. Umso größer war die Freude bei vielen RSL Fans, auf das anstehende Hallenturnier in Beilrode. Beilrode bei Torgau. Da konnte mensch schon davon ausgehen, das sich lokale Nazis die Gelegenheit nicht entgehen lassen würden, den ewigen „Nörglern“ vom RSL eine Aufwartung zu machen.

In Beilrode machte uns aber zuerst die Polizei (Interview mit dem Einsatzleiter) mit 60 Beamt_innEn ihre Aufwartung. Wie so oft, gab es getrennte Zugänge. Der Hintereingang für den RSL und der Haupteingang für alle anderen. Zu „den Anderen“ zählte dann auch eine 36 Menschen zählende Ansammlung von Nazis aus Nah und Fern. (mehr …)

Laucha-Prozess: Irgendwie auch selbst schuld

Mittwoch, September 29th, 2010

gefunden bei: Zeit.de

Auch in Sachsen-Anstalt (zugegebenermaßen, wenig überraschend) ist mensch ja irgendwie selber schuld, wenn mensch von Faschist_innen angegriffen wird. Ein sehr lesenwerter Artikel über Nazis, Dorfgemeinschaft, den lokalen Fußballverein und die NPD:

Laucha-Prozess: Irgendwie auch selbst schuld

Ein Rechter schlägt einen Juden zusammen – der Täter bekommt Bewährung, gegen das Opfer wird ermittelt

Noam wartet draußen auf dem Flur des Amtsgerichts Naumburg, als die Fotografen kommen. Er will seinen richtigen Namen und auch sein Gesicht in keiner Zeitung sehen. Noam ist 17, in Israel geboren, seit acht Jahren wohnt er mit seiner Familie in Laucha, Sachsen-Anhalt. Am 16. April dieses Jahres stand Noam dort mit anderen Jugendlichen an einer Bushaltestelle, bis Alexander P. auftauchte, ihm ohne Vorwarnung ins Gesicht schlug, ihn trat und als »Judenschwein« beschimpfte. Er ließ erst von Noam ab, als ein Autofahrer anhielt und Noam rettete (ZEIT Nr. 24/10).

weiter lesen auf welt.de.

MDR Dabei ab 2: Der RSL: ein rotes Tuch für die Rechten

Donnerstag, September 16th, 2010

Eine kurze Zusammenfassung der Zustände, auf die auswärts reisende RSL Fans (und die die dort eh leben/wohnen müssen) in den letzten Monaten allzu oft stießen.

Quelle: MDR Dabei ab 2 (6.9.10)