Posts Tagged ‘Brandis’

Handlungsreisende in Sachen Toleranz

Dienstag, April 10th, 2012

Zum folgenden Artikel kann mensch wohl das gleiche sagen, wie Adam Bednarsky über Mügeln. Die Presseberichterstattung über den RSL hat sich bewegt – in den letzten 2 Jahren.
Wer hier aber „Rechtsaußen“ eine „Manndeckung“ gibt, bleibt ungeklärt.

Zum Artikel „Manndeckung für Rechtsaußen“ aus der Stuttgarter Zeitung, 08.04.2012.

RBB über Terror Crew Muldental

Donnerstag, Dezember 8th, 2011

Der RBB hat mal zusammengefasst, wie die sächsische Justiz organisierten Nazischlägern in Sachsen zu Leibe rückt.
Mit dabei: die Nazischläger und Brandistäter der „Terror Crew Muldental“.

Verfassungsschutz ermittelt gegen „Terror Crew Muldental“

Montag, Juli 18th, 2011

[Update] Am 28.07.11 wurden 28 Wohnungen mutmaßlicher Mitglieder der neonazistischen “Terror Crew Muldental” (TCM) durchsucht, gegen die wegen “Bildung einer kriminellen Vereinigung” ermittelt wird.
Quelle: Dokumentationsarchiv [/Update]

Die Freunde von Ballsport, Rassenhass und Vollkontakt aus dem Muldental, kurz: „Terror Crew Muldental“ (TCM) sind offensichtlich ins Visier des sächsichen Landesamt für Verfassungsschutz geraten. Der antifaschistische Newsflyer Gamma berichtet über eine Panne des LfV, durch die bekannt wurde, dass gegen die TCM ein Ermittlungsverfahren nach §129 („Verdachtes der Bildung einer kriminellen Vereinigung„) läuft.

Einige Mitglieder der TCM waren bei dem Angriff auf Fans von Roter Stern Leipzig in Brandis beteiligt.

Quelle:Wird ‚Terror Crew Muldental‘ verboten?“ (Gamma)

“Versehentliche” Veröffentlichung des Verfassungsschutzes warnt Nazis vor drohenden Hausdurchsuchungen

Der Nazi-Gruppierung “Terror Crew Muldental” droht womöglich ein Verbot: Gegen “20 bis 30 Personen”, die der gewalttätigen Kameradschaft angehören sollen, werde derzeit wegen “Verdachtes der Bildung einer kriminellen Vereinigung” (Paragraf 129 StGB) ermittelt. Das berichtet die heutige Lokalausgabe der Leipziger Volkszeitung (Muldentalzeitung) mit Verweis auf Informationen des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV). (mehr …)

DRadio Interview: Ein zweites Mügeln, scheint nur eine Frage der Zeit

Mittwoch, April 27th, 2011

Deutschlandradio hat ein Interview mit Vertreter_innen des RSL geführt. Es geht um Mügeln, Brandis, zurückgezogene Interviews mit der Polizei, die sächsische Provinz, die Diskrepanz zwischen dem DFB und dem sächsischen Fußballverband, etc. Ein sehr empfehlenswerter Beitrag!

zum hören: Deutschlandradio Interview Roter Stern Leipzig

zum nachlesen: In Sachsen kämpft ein Fußballverein für Toleranz und gegen Fremdenhass.

Alexander L. – Prozessbericht (Berufungsverfahren)

Donnerstag, März 24th, 2011

Im Folgenden dokumentieren wir einen Prozessbericht aus dem Berufungsverfahren gegen Alexander L.

Urteil: 1 Jahr 6 Monate zu 3 Jahren auf Bewährung ausgesetzt.

Quelle: Indymedia (vom 24.03.2011)

Am 22. März 2011 fand vor dem Landgericht Leipzig ein weiteres Verfahren im Zusammenhang mit dem Überfall auf SpielerInnen und Fans des Roten Stern Leipzig am 24.10.2009 in Brandis (Landkreis Leipzig) statt. Diese waren damals von etwa 50 Neonazis und Hooligans aus offenkundig politischen Motiven u.a. mit Holzlatten und Eisenstangen angegriffen worden.
Der geständige Mittäter Alexander L., erstinstanzlich wegen u.a. gefährlicher Körperverletzung in drei tateinheitlichen Fällen zu einer Jugendstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten verurteilt, war in Berufung gegangen mit dem Ziel, sein Strafmaß auf eine Bewährungsstrafe zu reduzieren.

Zunächst verlas der Richter das am 17. Juni 2010 vom Amtsgericht Leipzig gefällte Urteil. Demnach war der im nahegelegenen Machern wohnhafte L. zusammen mit Steve H. am 24.10.2009 nach Brandis gefahren, um gegen 13:55 Uhr in einer etwa 40-köpfigen Gruppe den dortigen Fußballplatz ohne Bezahlung des Eintritts durch einen Nebeneingang zu betreten. Die teilweise Bewaffnung und Vermummung habe er ebenso gebilligt wie einen Ausruf aus der Gruppe: „Wir sind nicht zum Fußball hier! Wir haben andere Aufgaben!“ Der Mob aus Nazis und Hooligans folgte den flüchtenden RSL-Fans auf das Spielfeld, (mehr …)

Ein Jahr danach – das ist euch doch ganz Recht geschehen, ihr Zecken

Sonntag, Oktober 24th, 2010

Heute ist es genau 1 Jahr her, dass das Fußballspiel von Roter Stern Leipzig in und gegen Brandis, von ca. 50 Nazischlägern gezielt überfallen wurde. Einige Betroffene werden die physischen, wie psychischen Auswirkungen des Überfalls noch lange und zum Teil lebenslang mit sich tragen müssen. Einige Täter wurden schon verurteilt, andere warten noch auf ihren Prozess.
Und wärend sich hierzulande Brandistäter als „Security“ auf hiesigen Festivals oder beim Familienfest der LVB verdingen, werden Linke Fans in der Ukraine und Russland von Nazihools mit Äxten angegriffen.

Und immer, und immer wieder: „Politik raus aus dem Stadion“, „Die sind nicht von hier/haben wir hier noch NIE gesehen“, „Das schadet dem Ansehen des Vereins/der Stadt“, „…möchten wir sie als Verein darauf hinweisen, das wir keinerlei politische Äußerungen, inklusive Transparente mit politischen Äußerungen auf unserem Fußballplatz dulden werden“, „Man solle zwischen Politik und Fußball unterscheiden.“, „Ich kenne ihn nur als Fußballer und weiß nicht, was er in seinem privaten Leben macht“ und so weiter und so fort.

Ein Jahr danach: Heimspiel RSL gegen ESV Delitzsch. Es ist zweite Halbzeit. Fans des RSL entrollen eine Tapetenrolle. Auf der steht „24.10.09 – Never forget“. Es wird still unter den Fans. Das Spiel läuft weiter. Ein Delitzscher Spieler, der den Schriftzug liest, sagt zu einem RSL Spieler: „Das geschieht euch recht, Zeckenpack!“.

Wirgeben keine Ruhe

Berufungsverfahren gegen Chris R.

Samstag, Oktober 23rd, 2010

Am 22.10.2010 fand die Berufungsverhandlung gegen den Brandistäter Chris R. am Leipziger Landgericht statt. Diesmal wurde das Strafmaß auf 2 Jahre und 3 Monate gesenkt. Ein vollständiger Bericht findet sich bei „Neonazi-Überfall bei Fußballspiel in Brandis heute vor Gericht: 2 Jahre und 3 Monate für Wurzener Landwirt“ in der Leipziger Internetzeitung.

MDR Dabei ab 2: Der RSL: ein rotes Tuch für die Rechten

Donnerstag, September 16th, 2010

Eine kurze Zusammenfassung der Zustände, auf die auswärts reisende RSL Fans (und die die dort eh leben/wohnen müssen) in den letzten Monaten allzu oft stießen.

Quelle: MDR Dabei ab 2 (6.9.10)

Chris R. – Prozessbericht

Dienstag, Juli 6th, 2010

Heute war der letzte Tag im 5. „Brandisverfahren“ gegen Chris R.  Er war einer der ersten die vom Spiegel Magazin „interviewt“ wurden. Und hier sehen wir Chris R. (ab 3:07) in bzw. vor seinem Element: dem Schweinzuchtbetrieb, wo er laut Zeugnis seines Arbeitgebers, sehr fleißig arbeiten würde.

Doch damit ist es jetzt erstmal vorbei, denn das schmale Mitglied der Nazikameradschaft Terror Crew Muldetal oder auch Schweinezüchter/Nazibarde/schwereKindheitOpfer fährt jetzt erstmal ein. Der Richter formulierte das folgendermaßen: „…und wer das nicht kapiert, der geht halt in den Knast!“

Die Zeugenaussagen

Als Zeugen waren der Schiri Otto (den mensch auch im Video sehen kann), ein ehemaliger Spieler von Brandis, der Brandiser Nazi Ordner Andre H. und ein junger RSL Fan geladen. Schiri Otto konnte wenig Neues beitragen, aber das ist ja wohl kaum mehr möglich nach all den Aussagen.

Der ehemalige Brandisspieler erzählte von einem, von ihm persönlich bobachteten, tätlichen Angriff auf einen Mann, den er später als den identifizierte der nun auf einem Auge fast blind ist. Interessanterweise erzählte er zuvor, das er besagte Person schon von Anfang an als „gewalttätig“ und „auf Stress aus“ einschätzte. Wohlgemerkt: Er meinte damit die Person, der später eine Gesichtshälfte zertrümmert wurde. Wie er auf diese Einschätzung kam, konnte er nicht erklären. Die betreffende Person hätte weder etwas gesagt noch sich irgendwie auffällig verhalten. Er habe nur so ein Gefühl, dessen Ursache er nicht beschreiben konnte. Alles in allem, war die Zeugenaussage sehr komisch und Menschen die selber in Brandis dabei waren, werden wohl berechtigte Zweifel an der Aussage dieses Zeugen haben. Nichtsdestotrotz wurde diese Zeugenaussage vom Staatsanwalt und Richter zur „besten Aussage des Verfahrens“ gewählt und immer wieder betont, wie hilfreich und einleuchtend diese wäre. Fazit: Komischer Typ und noch komischere Aussage. Egal!

Dann war Naziordner Andre H. dran. Dieser gab korrekterweise an, im Kassenhaus gesessen und die RSL Fans abkassiert zu haben. Auch das er nicht als Ordner_in gekennzeichnet war, erklärte er damit das ihm die Ordner_innen-Westen einfach zu eng war. Was er allerdings verschwieg, war sein Gespräch am Zaun mit den ankommenden Nazis (siehe 1. Brandisvideo), welchen er dann auch für eben diese öffnete. Was er außerdem verschwieg, ist die Tatsache das er während des Angriffs am Spielfeldrand stand und zusah (das kann mensch auch sehr schön im 1. Brandisvideo sehen). Daraus ergibt sich also ein Falschaussage von H. wonach er vor Gericht angab, nichts zu wissen , da er ja angeblich nichts gesehen habe. Der Richter unterbrach ihn des öfteren, da (nicht nur er) kein Wort von dem Gebrabbel das H. von sich gab, verstand. Keine Erkenntnis, außer das bei H. im Oberstübchen nicht allzu viel los sein dürfte.

Chris R. äußerte sich während des gesamten Verfahrens nicht.

Die Plädoyers

Dafür aber glänzte sein Anwalt Hohnstädter mit dem Versuch den jungen RSL Fan mit Suggestivfragen in die Enge zu treiben, was aber vom Richter mehrfach unterbunden wurde. Nachdem die Staatsanwaltschaft, wie schon bei Alexander L., eine sehr gute Einschätzung und Beurteilung der Geschehnisse abgab und mit einer Strafforderung über 2 Jahre und 8 Monate schloss, war es nun an  Hohnstädter, seinen Mandanten zu entlasten. Nachdem also Staatsanwaltschaft und die Kläger_innen die Widerwärtigkeit des Angriffs und die unfassbare Brutalität und Verletzungen, insbesondere dem Verlust der Sehkraft eines RSL Fans, dargelegt hatten, brachte Hohnstädter es doch tatsächlich sein Plädoyer mit der Forderung auf Freispruch zu beginnen. Das wollte er damit erklären das Chris R. ja keine Tätlichkeit via Foto oder Aussage nachzuweisen sei. Das das nicht nötig ist, hatte der Richter schon bei Alexander L. dargelegt. Denn alleine die Tatsache mit dem Nazimob mitgelaufen zu sein, reicht für eine Mittäterschaft völlig aus und bedeutet, dass sich Chris R. eben all jener Straftaten, die aus der Gruppe heraus begangen wurden, auch schuldig gemacht hat. Genauer gesagt, wegen versuchter, gefährlicher und wegen schwerer Körperverletzungen inklusive Landfriedensbruch im besonders schweren Fall.

Sein Verteidiger verstieg sich dann in Vermutungen über die Echtheit der Bilder (auf denen R. mehrfach auf dem Acker zu sehen ist), die wiederum vom Richter, wegen der hohen Auflösung, als sehr hilfreich eingeschätzt wurden (Zitat des Richters: „Mensch wünschte, es wäre bei solchen Übergriffen immer ein_e Fotograf_in dabei). Weiterhin wollte Hohnstädter den heute mehrfach gefallenen Begriff „Hetzjagd“ runter reden (er versuchte den Begriff historisch mit „Jagd auf Mammuts“ und dem anschließenden „erlegen“ desselben zu erklären, was ja in Brandis so nicht der Fall gewesen wäre) und begründete dies mit den, aus seiner Perspektive, doch relativ wenigen Verletzungen ob der vielen Akteure. Mit dieser Dreistigkeit hat er sich beim Richter wohl kaum Pluspunkte geholt.

Und als ob ihm das nicht klar wäre, verfiel er in Ausführungen über den von Chris R. mitgeführten Teleskopschlagstock. Dabei stellte er abwechselnd in Frage, ob es sich überhaupt um einen solchen gehandelt habe (wobei dies auf den Fotos klar zu erkennen ist) um dann zu erläutern, dass sich der Schlagstock ja in eingefahrenem Zustand befunden habe und damit nicht „einsatzbereit“ und damit nicht als Waffe zu werten sei. Später korrigierte der Richter diese Lüge. Nicht nur, dass der Richter während der Verhandlung selbst vorführte wie einsatzbereit, der bei Chris gefundenen Teleskopschlagstock war, nein, er nannte auch den Versuch des Verteidigers aus dem Angriff (auf den RSL) eine Notwehrsituation zu machen, etwas was nicht mal einem/er Jurastudent_in im 1. Semester einfallen würde. Hohnstädter scheint auch ansonsten ein eher unverkrampftes Verhältnis zu nationalistisch-völkischen Kreisen, wie der NPD, zu haben. Für jene Partei kandidierte Chris R. letztes Jahr und erreichte auch sogleich knapp über 150 Stimmen. Der Verteidiger versuchte dies als unüberlegte Spontanhandlung abzutun und zeitgleich als Beleg für die fehlende geistige Reife von Chris heran zu ziehen. Dabei kam er nicht umhin zu erklären, dass der NPD „eine klare politische Linie“ fehle und demnach auch kein Beweis für die Gesinung von Chris R. bieten würde.

Ansonsten wurde Chris als fleißiger, strebsamer und motivierter junger Mann mit schwieriger Kindheit beschrieben. Dabei wurde auch sein Interesse am Schlagzeug spielen erwähnt. Das er dieses Interesse im Jugendclub in Bennewitz mit seiner Naziband „Storm of Mind“ auslebt, blieb unerwähnt. Wir vermuten das in Bennewitz wohl immernoch der gescheiterte Ansatz der „akzeptierenden Jugendarbeit“ (CEE IEH #33) verfolgt wird. Da Chris R. aber nun nachweislich nichts mehr und nichts weniger als ein Nazi ist, wurde dies entsprechend von der Staatsanwaltschaft und vom Richter bei seiner Urteilsbegründung ins Feld geführt. Sein Vorstrafenregister verzeichnet neben 2x Körperverletzung auch Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen. Außerdem wartet demnächst neben einem Verfahren, bei dem es sich um den Angriff auf die Highland Games in Machern dreht, bei dem er wohl beteiligt war, auch ein Verfahren wegen einer Körperverletzung in Wurzen auf Chris R.

Das Urteil

Jener Richter hatte ja schon Alexander L. mit einem Strafmaß, welches weit über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus ging, bedacht. So auch diesmal:

Und so lautete das Urteil: 3 Jahre und 2 Monate. 3 Jahre und 2 Monate in denen die Schweine aus dem Zuchtbetrieb. ohne ihren Chris auskommen müssen. Die Urteilsbegründung des Richters war sehr emotional und betonte ausführlich die „versaute Zukunft“ des auf einem Auge nahezu erblindeten RSL Fans und die Menschenverachtung und Skrupellosigkeit bzgl. der Verletzungen, die alle Angreifer an den Tag gelegt hatten.

Weiterer Prozessbericht von ChronikLe bei NPD-Blog:

Brandis-Angriff: Drei Jahre Haft für NPD-Kandidaten

Alexander L. – Prozessbericht

Donnerstag, Juni 17th, 2010

Neben Chris R., dessen Verhandlung ausgesetzt ist, wurde heute auch gegen Alexander L. verhandelt. L. tat sich in Brandis auch gleich dadurch hervor, sich als erster aus dem Nazimob zu lösen und bis auf ein paar Meter an die RSL Fans zu gehen und diese zu taxieren, wohl in der Hoffnung diese würden sich provozieren lassen. Aber wer sich einem bewaffneten Nazimob gegenüber sieht, hat wenig Kapazität für Provokationen einzelner „Dummer“.

Apropos: „die Dummen kommen“. (Zitat: Stadionsprecher Brandis kurz vor Eintreffen des Nazimobs). L. erfüllt diese Bezeichnung tatsächlich. Mehrfach wurde von Staatsanwaltschaft, den Klägerer_innen und der Verteidigung erwähnt, dass er „ohne ihm zu nahe treten zu wollen“ und „er das nicht persönlich nehmen darf“, ja schon ein wenig – nun ja – dumm wäre. Das wurde dann mit den schönen Wörtern „fehlende Reife“ (mehr …)