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Zwei weitere Naziangreifer aus Brandis

Donnerstag, Juni 3rd, 2010

Nach etwas längerer Zeit mal wieder ein kleiner Rechercheartikel.

Wir hätten noch zwei weitere Kandidaten, die unserer Meinung nach, Robert I. und Co. folgen möchten. Es geht um die Kameraden Markus L. und Rene P., beide auch am Angriff gegen den Roten Stern in Brandis beteiligt.

Beide waren 4 Wochen nach dem Übergriff in Brandis, am 28.11.2009 bei einer Nazidemonstration in Döbeln (Bilder bei Recherche Ost) mit dem Motto: „Volkstod stoppen – Recht auf Zukunft“.

 

Markus L.

 

Markus L. ist auf dem Foto der mit der Sonnenbrille und dem Palituch. Markus wohnt in Wurzen und spielt beim SV 84  Roitzsch Fußball, nebenbei boxt er noch. Also wieder ein aktiver Nazi, der auch wieder in einem Verein frei spielen kann. Er wurde auch bei bei der JN-Kundgebung in Wurzen am 14.02.2010 gesehen (Bilder von der Kundgebung). Zudem hat er mit der Naziband „Aryan Hope“ aus Wurzen zu tun. Er ist im übrigen auch gut bei dem Video zum Angriff in Brandis zu erkennen:

 

Markus ist bei 0.37 im Video gut zu sehen, er ist der, welcher die ganze Zeit mit der weißen Metallstange herumfuchtelt. Und dann der Zweite, der am Ende, dem mit der roten Kapuze folgt, um den anderen Kameraden zu „helfen“.

 

Rene P.

 

Rene P. ist der mit der Mütze und der Sonnenbrille im Bild. Er kommt aus Bennewitz und gehört zur Gruppe „Terror Crew Muldental“ und nahm unter anderem am Naziaufmarsch am 25.10.2008 in Leipzig Schönefeld teil.

Wir denken ja, dass diese beiden auch noch dem Robert I. und den Anderen in den Knast folgen sollten. Momentan wissen wir noch nichts von Anklagen gegen die beiden und das obwohl der Markus L. in dem Video doch so schön zeigt, wie gut er mit Stangen umgehen kann.

An dieser Stelle sei noch mal auf alle anderen Täter aus Brandis hingewiesen, denen auch noch der Prozess gemacht werden muss:

“Die Dummen” haben Namen und Gesichter

Es muss noch erwähnt werden, dass immer noch einige Täter auf ihre Identifizierung warten. Dennoch verstehen wir nicht, warum bis jetzt nur so wenige Nazis vor Gericht stehen. Vielleicht liegt es ja auch am abflauenden Interesse und die ersten Verurteilten hatten einfach nur Pech und werden Stellvertretend für alle Anderen bestraft. Müssen also die Betroffenen vom Naziüberfall froh sein, dass überhaupt Nazis für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen wurden?

Vielleicht spornt es die oder den Leser_in an, doch mal nachzuhaken oder den Prozessen beizuwohnen.

 

 

 

Wieder einer Weniger! Hauste rein Robert!

Dienstag, Juni 1st, 2010

Weiterer Preozessbericht zu Robert I. Der gestern zu 2 Jahren und 10 Monaten verurteilt wurde. Aber wir machen erst mal beim 3. Prozesstag weiter, bevor wir zum Urteil kommen.

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Robert I. – Prozessbericht

Donnerstag, Mai 20th, 2010
1. Prozesstag (17.3.2010)

Der Prozess wurde nach Verlesung der Anklage ausgesetzt, da der verteidigende Anwalt erfolgreich Akteneinsicht beantragte.

2. Prozesstag (20.5.2010)

Nach Verlesung der Anklage wollte der Verteidiger wiederum das Verfahren aussetzen, da er ein Problem damit hatte, dass die bisherige Richterin das Verfahren nicht weiterführen wird (sie geht bald in Rente) und statt der neuen Richterin, deren Vertreterin im Sessel saß. Hintergrund ist wahrscheinlich die Tatsache, dass Robert I. in 6 Tagen genau ein halbes Jahr in U-Haft sitzt und dann, bei ausgesetztem Verfahren, auf freien Fuß käme. Damit hatte er keinen Erfolg.

Eine kleine Überraschung kam dann vom Anwalt Ihbe’s, (mehr …)

Schildbürgerstreiche: Der RSL kommt zu Besuch

Donnerstag, Mai 13th, 2010
Das Spiel

Das Wichtigste zuerst: Die Spieler des Roten Sterns haben 0:1 gegen Schildau gewonnen. In der 1. Halbzeit war der Schiri partout in gewillt die Fouls der Schildauer Spieler mit entsprechenden Karten zu quittieren und beließ es nur bei Verwarnung, obwohl einige Fouls kaum einer Diskussion bedurften. Nachdem er aber in der 2. Halbzeit das Spiel weiterlaufen lies während sich 2 Spieler (RSL und Schildau) offensichtlich stärker verletzt am Boden wälzten, kam er nicht mehr umhin Konsequenzen zu ziehen und es hagelte gelbe Karten für RSL und Schildau. Die Schildauer spielten weiterhin aggressiv und alsbald schickte der Schiri 2 Schildauer mit gelb-rot/rot vom Platz. Irgendwann schoss Fetti den RSL durch Elfmeter in Führung und der Drops war gelutscht. Endstand: 0:1
Die Details lest ihr dann besser im Spielbericht (mit Fotos!) bei roter-stern-leipzig.de

Das Dorf

In Schildau angekommen durften wir uns am Marktplatz auch gleich die ersten „Schildauer Jungs“ und Mädchen angucken. Bei den „Schildauer Jungs“ [PDF: Naziszene in und um Torgau] handelt es sich im eine in Schildau aktiv gewesene Kameradschaft, von der mensch aber lange nichts mehr gehört hat. Das könnte u.a. daran liegen das eine aktive Kameradschaft in Schildau einfach nicht mehr nötig ist, da in der Bevölkerung kein Widerstand mehr vorhanden ist und nur noch geschwiegen bzw. im Stillen zugestimmt wird.

Am Sportplatz angekommen, wurden wir sogleich von einem riesigen Aufgebot an „Grün“ in Augenschein genommen. Diese Beamt_innen waren aber sichtlich entspannt und überließen die Eingangkontrollen dem Sicherheitsdienst. Nachdem mensch 2,50€ bezahlte und das Stadionheft in Empfang genommen hatte, ging es auf den Platz. Im Stadionheft wurden die bisherigen Leistungen des RSLs als „in der Hinrunde sehr erfolgreich“ beschrieben und das die Mannschaft „seit der Rückrunde etwas geschwächelt hätte“. Die Ursachen dieser Entwicklung verschwieg mensch.

Die „Fans“

Dafür waren die „Ursachen“ aber schon zu etwa 30 Personen auf der gegenüberliegenden Seite aufgelaufen. (mehr …)

„Die Dummen“ haben Namen und Gesichter

Mittwoch, April 21st, 2010

Ganz so außerirdisch sehen sie jetzt doch nicht aus, die Täter von Brandis, muss sich Gerd Große wohl mal wieder geirrt haben. Nach einer Weile wurden wohl alle Fotos gesichtet und die Nazis bildlich erfasst. Zu sehen ist das ganze bei Gamma:

Gamma Dossier zum Naziüberfall in Brandis [pdf]

Einigen Bildern fehlt wohl noch ein Name, aber ansonsten eine sehr schöne Sache.

Auch die anderen Artikel bei Gamma sind sehr lesenswert. Also schauts euch mal an.

http://gamma.redirectme.net

Christian K.

Donnerstag, März 25th, 2010

Brandis-Täter Christian K. muss drei Jahre hinter Gitter

Quelle: Roter Stern Berlin

Auch der zweite Prozess ist bereits mit einem Urteil zu Ende gegangen. Nach zwei Verhandlungstagen wurde der Brandiser NPD-Kandidat Christian K. zu drei Jahren Haft verurteilt.

Neben den Anklagepunkten vom Brandis-Spiel, die identisch zu den Anklagepunkten aus dem ersten Prozess waren, wurde K. zudem wegen versuchter Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung beim Spiel FC Sachsen – Lok Leipzig am 23.08.09 angeklagt. Zweifelsfrei wieder erkannt und identifiziert wurde er einige Wochen später beim Spiel RB Leipzig – Lok Leipzig, bei dem er sich wieder in der Lok-Anhängerschaft aufhielt, an seiner auffälligen Gürteltasche einer bekannten Neonazi-Marke mit den Buttons „88“, „Good Night Left Side“, „Screwdriver“ und ob das alles noch nicht eindeutig genug sei trug er einen Button mit der Aufschrift „Nazi“. Diese Tasche trug er auch an dem Nachmittag im Oktober in Brandis.
Zu seiner Gesinnung traf der Angeklagte nur vage Aussagen. So sei seine Kandidatur „eine Wette“ gewesen und auch trotz der eindeutigen Accessoires lies er sich nicht hinreißen, sich selbst deutlich zu positionieren. Ganz schön feige, Herr K., was sagen nur Kumpels und Partei dazu?? (mehr …)

Erik K.

Montag, März 22nd, 2010

Erik K. bekam 2 Jahre und zwei Monate für Brandis und weitere 6 Monate für eine gebrochene Bewährung.

Quelle: Chronikle (14.03.2010)

Nach dem Angriff auf Anhänger_innen und Spieler des Fußballvereins Roter Stern Leipzig am 23. Oktober 2009 bei einem Auswärtsspiel in Brandis laufen seit Ende Februar 2010 die Verhandlungen gegen die Täter. Die ersten Prozesse gegen fünf in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte werden am Amtsgericht in Leipzig geführt; weitere Prozesse finden am Amtsgericht Grimma statt. Chronik.LE dokumentiert die Berichte von Prozessbeobachter_innen.

Prozess wegen Neonazi-Überfall in Brandis: Schuldspruch für Erik K. aus Görlitz

Patrick Limbach

Nach über neun Stunden Verhandlung stand am Donnerstag um 18:00 Uhr fest: Erik K. muss ins Gefängnis. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Ute Pisecki verurteilte den 23-jährigen Anlagentechniker wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen und versuchter gefährlicher Körperverletzung in einem Fall zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 2 Monaten.


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Der Prozess fand unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Besucher mussten sich am Eingang des Leipziger Amtsgerichts und vor Saal 218 aufwändigen Personenkontrollen unterziehen. Das öffentliche Interesse war groß. Über ein halbes Dutzend Kamerateams und Fotografen sowie zahlreiche Journalisten waren zum ersten von unzähligen Prozessen gegen die mutmaßlichen Täter im Fall Brandis gekommen. Gegen die rund 40 Beschuldigten wird einzeln oder in kleinen Grüppchen verhandelt. Für die Opfer, von denen drei als Nebenkläger an den Verfahren teilnehmen, bedeutet dies, dass sie noch einige Male ihre traumatischen Erfahrungen durchleben müssen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Görlitzer Erik K. vor, sich am 24. Oktober vergangenen Jahres an dem gewaltsamen Übergriff auf Fans des als linksalternativ geltenden Fußballclubs „Roter Stern Leipzig“ beteiligt zu haben. Da die Anklage von einer gemeinschaftlich begangenen Tat ausgeht, sei K. als Mittäter zu verurteilen, ganz unabhängig davon, ob er selbst jemandem Schaden zugefügt habe. Bei dem brutalen Überfall wurden vier Anhänger des „Roten Sterns“ teils schwer verletzt. Als sich ein Polizeibeamter zwischen die Fronten warf, wurde er mit einer Metallstange geschlagen, blieb aber unverletzt.

Der Angeklagte sah sich in seiner Einlassung weniger als Täter, sondern vielmehr als neugieriger Zuschauer. Zu Verhandlungsbeginn sagte er aus, dass er am Vortag gemeinsam mit Freunden Bekannte in Leipzig besucht hätte. Nach einem feuchtfröhlichem Abend sei man nach Brandis gefahren, um dort bei einer Freundin zu übernachten. Am nächsten Tag wollte man vor der Rückfahrt noch einmal „an die frische Luft“ gehen. Die Freunde hätten nur zufällig von dem Fußballspiel erfahren.


„Wir wussten nicht, wer spielt“, so K. Als sie am Sportplatz „Zur Freundschaft“ eintrafen, habe dort bereits eine größere Personengruppe vor dem Eingang gewartet. K. und seine Begleiter stellten sich dazu, zahlten Eintritt und betraten den Sportplatz. Als diese Leute begannen, die Anhänger des „Roten Stern“ anzugreifen, sei K. zunächst an seinem Platz stehen geblieben, dann aber „aus Neugier“ den Angreifern hinterhergerannt. Als ein Holzstück in seine Richtung flog, hob er es auf und warf es zurück in Richtung Fans des „Roten Stern“. Dabei wurde er von einem anwesenden Journalisten fotografiert.

Einem Anhänger des „Roten Stern“ wurde das Jochbein zertrümmert, Augenhöhle und Schläfenbein gebrochen sowie das Auge verletzt. Die Netzhaut hatte sich abgelöst. Einzig der modernen Augenmedizin war es zu verdanken, dass der 40-Jährige sein Augenlicht zur Hälfte behalten hat. Als er dem Gericht in ruhigem, gelassenem Tonfall seine Verletzungen schilderte, herrschte Schweigen im Saal. Die Richterin stellte später in ihrer Urteilsbegründung fest, dass der Maschinenbauzeichner Zeit seines Lebens unter den Folgen leiden müsse. Er werde seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben können und jedes Mal an den Überfall erinnert werden, wenn er in den Spiegel schauen würde. Einem anderen Anhänger wurde mit einer Eisenstange der Unterarm gebrochen. Er leide noch heute unter Angstzuständen.


Leipziger Amtsgericht

Leipziger Amtsgericht


Die Verantwortlichen des FSV 1921 Brandis sehen sich selbst als Opfer. Unmittelbar nach dem Überfall wurden Vorwürfe laut, wonach Vereinsangehörige im Vorfeld von dem geplanten Angriff gewusst hätten. Beweise fanden sich hierfür bislang keine. Auch dieser Prozess förderte diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse ans Licht. Vor dem Sportgericht hatte der Sicherheitsbeauftragte des Fußballclubs ausgesagt, er hätte durch den „Buschfunk“ gehört, dass was passieren könne und deswegen die Zahl der Ordner auf zwölf erhöht.

Vor dem Amtsgericht begründete er diese Maßnahme mit der Angst vor frei laufenden Hunden, die die Stern-Anhänger möglicherweise trotz Hundeverbot in der achthöchsten Spielklasse mitbringen könnten. Vereinspräsident, Pressesprecher und Sicherheitschef schilderten übereinstimmend, dass man zunächst nach Rücksprache mit den eingesetzten Polizeikräften einer Gruppe von 10 bis 15 augenscheinlich der rechten Szene zuzuordnenden Personen durch einen Nebeneingang Zutritt zum Sportplatz gewährt habe. Man sei der gemeinsamen Überzeugung gewesen, die eigenen Ordner und die Polizeikräfte könnten diese Leute unter Kontrolle halten. Stadionsprecher Gerd Rose ließ dafür eigens eine Seite des Spielfelds räumen: „Bitte gehen Sie von der Seite weg. Da kommen noch ein paar Dumme.“

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Als die Letzten aus dieser ersten Gruppe ihren Eintritt entrichtet hatten, stürmte eine zweite, etwa 30-köpfige Gruppe heran, und überrannte das Ordnungspersonal am Nebentor. Vereinspräsident Günter Kögler sei von den Angreifern zu Boden gerissen worden, als man versuchte, das Tor gewaltsam wieder zu schließen. Einer von ihnen soll gesagt haben, man sei nicht zum Fußballgucken gekommen. „Wir haben eine andere Aufgabe.“ Die Angreifer bewaffneten sich mit Eisenstangen und Holzlatten. Einige nahmen Zahnschutzleisten in den Mund. Die Angreifer schienen sich ihrer Sache sehr sicher. Nur wenige vermummten sich. Erst wurden Böller geworfen, dann stürmte man direkt auf die Anhängerschar des „Roten Stern“ los. „Ich sah in die Augen von Mördern“, sagte ein Brandiser Augenzeuge dem Gericht.

Einzig ein Brandiser Ordner wollte von dem Geschehen nichts bemerkt haben. Hätte man seiner Aussage Glauben geschenkt, hätte man denken können, der Überfall hätte gar nicht stattgefunden. Da seine Aussage zu dem Geschehen an der Pforte, durch welche die Täter den Sportplatz betraten, so widersprüchlich zu den Aussagen aller anderen Zeugen war, drohte ihm Richterin Pisecki mit der Verhängung von Beugehaft. Auf Nachfrage eines Nebenklagevertreters räumte der 37-jährige Arbeitslose ein, mehrere Beschuldigte zu kennen. Da er im März in einem weiteren Brandis-Verfahren geladen ist, forderte ihn die Richterin eindringlich auf, seine Aussage bis dahin nochmals zu überdenken.

Der 23-jährige Erik K. hielt sich auch in seinem Schlusswort bedeckt. Er wolle die Haftzeit nutzen, um nachzudenken. Und um sein Leben zu ändern, sagte er.

K. gehört der Görlitzer Neonazi-Szene an. Er interessiere sich für rechte Politik, sei auch am 17. Oktober in Leipzig dabei gewesen, als Rechtsextreme Polizeibeamte angriffen, weil ihre Aufzugstrecke durch Gegendemonstranten blockiert gewesen war. Er gehöre den „Boot Boys Görlitz“ an, „eine ganz normale Jugendgruppe“, wie er versichert.

Dass es sich um eine Neonazi-Kameradschaft handelt, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, erwähnte er nicht. Mit der Organisation rechter Aufmärsche habe er nichts zu tun, erklärte K. auf Nachfrage. Trotzdem geriet er immer wieder ins Visier der Behörden: Nach seiner Festnahme wurde er von gleich vier Görlitzer Beamten auf dem Beweisfoto identifiziert. 2005 wurde erstmals gegen ihn aufgrund einer Beleidigung ermittelt. Das Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Görlitz damals eingestellt. Am 8. Oktober 2009, 16 Tage vor der Tat in Brandis, wurde K. unter anderem wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. K. hatte sich im Sommer 2008 nach dem EM-Finale zwischen Deutschland und Spanien im Alkoholrausch eine Auseinandersetzung mit Polizeibeamten geliefert. Das Gericht legte diese Verurteilung bei der Strafmaßzumessung zu seinem Nachteil aus, weil sie ihn nicht von der Begehung weiterer Straftaten abgehalten hatte.

Mit dem Strafmaß von zwei Jahren und zwei Monaten blieb das Gericht schlussendlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Anklagevertreter hatte zwei Jahre und vier Monate gefordert. Das Gericht ging davon aus, dass er spätestens in dem Moment, als K. realisierte, was passiert, als Mittäter gemeinschaftlich geplant gehandelt hat. Richterin Pisecki machte in ihrer Urteilsbegründung deutlich, dass ein vollumfängliches Geständnis und etwas Reue ein noch niedrigeres Strafmaß bedeutet hätte.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. K.’s Verteidiger Henry Hentschel kündigte bereits an, in Berufung gehen zu wollen.

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