Posts Tagged ‘Nazis’

Verfassungsschutz ermittelt gegen „Terror Crew Muldental“

Montag, Juli 18th, 2011

[Update] Am 28.07.11 wurden 28 Wohnungen mutmaßlicher Mitglieder der neonazistischen “Terror Crew Muldental” (TCM) durchsucht, gegen die wegen “Bildung einer kriminellen Vereinigung” ermittelt wird.
Quelle: Dokumentationsarchiv [/Update]

Die Freunde von Ballsport, Rassenhass und Vollkontakt aus dem Muldental, kurz: „Terror Crew Muldental“ (TCM) sind offensichtlich ins Visier des sächsichen Landesamt für Verfassungsschutz geraten. Der antifaschistische Newsflyer Gamma berichtet über eine Panne des LfV, durch die bekannt wurde, dass gegen die TCM ein Ermittlungsverfahren nach §129 („Verdachtes der Bildung einer kriminellen Vereinigung„) läuft.

Einige Mitglieder der TCM waren bei dem Angriff auf Fans von Roter Stern Leipzig in Brandis beteiligt.

Quelle:Wird ‚Terror Crew Muldental‘ verboten?“ (Gamma)

“Versehentliche” Veröffentlichung des Verfassungsschutzes warnt Nazis vor drohenden Hausdurchsuchungen

Der Nazi-Gruppierung “Terror Crew Muldental” droht womöglich ein Verbot: Gegen “20 bis 30 Personen”, die der gewalttätigen Kameradschaft angehören sollen, werde derzeit wegen “Verdachtes der Bildung einer kriminellen Vereinigung” (Paragraf 129 StGB) ermittelt. Das berichtet die heutige Lokalausgabe der Leipziger Volkszeitung (Muldentalzeitung) mit Verweis auf Informationen des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV). (mehr …)

DRadio Interview: Ein zweites Mügeln, scheint nur eine Frage der Zeit

Mittwoch, April 27th, 2011

Deutschlandradio hat ein Interview mit Vertreter_innen des RSL geführt. Es geht um Mügeln, Brandis, zurückgezogene Interviews mit der Polizei, die sächsische Provinz, die Diskrepanz zwischen dem DFB und dem sächsischen Fußballverband, etc. Ein sehr empfehlenswerter Beitrag!

zum hören: Deutschlandradio Interview Roter Stern Leipzig

zum nachlesen: In Sachsen kämpft ein Fußballverein für Toleranz und gegen Fremdenhass.

Hilfe, der RSL kommt

Sonntag, April 17th, 2011

Das für den vergangenen Samstag angesetzte Spiel der 1. Herren RSL gegen den SV Süptitz wurde vom Verband verschoben. Die Begründung: Polizeilicher Notstand!

Nachdem für das Auswärtsspiel gegen Schildau, das Heimrecht gedreht wurde (siehe hier), hatten sich Nazis wohl überlegt die nächste „Gelegenheit“ in Süpitz wahrzunehmen. Und wenn selbst die Polizei schon was ahnt, dann müssen es die Spatzen schon ziemlich laut von den Dächern gepfiffen haben. (mehr …)

TSV Schildau (fast) vom Antisemitismus in den Ruin getrieben

Dienstag, März 29th, 2011

Am kommenden Sonntag wäre der RSL nach Schildau gefahren. Aber nun kommt Schildau (doch nicht) zu uns. Wieso, Weshalb, Warum….

[Update]Schildau ist zum Spiel, wegen  „Personalmangel“ nicht angetreten. 2:0 für den RSL![/Update]

Aus der LVZ vom 25. März 2011:

Heimrecht-Verzicht

Angriffe auf Roter Stern befürchtet

Schildau. Die Angst muss groß sein, wenn sich Bezirksklassenvertreter TSV 1862 Schildau rund 1500 Euro entgehen lässt.
Der Verein verzichtet auf den Heimvorteil am 3. April gegen die Fußballer des souveränen Tabellenführers
Roter Stern Leipzig und damit auf die zu erwartende Einnahme, weil die Verantwortlichen Ausschreitungen sowie
Schmährufe einzelner Zuschauer gegen die politisch links orientierten Messestädter erwarten.
Dazu war es bereits beim Gastspiel der Leipziger in der vergangenen Saison gekommen. Am 12. Mai hatte ein
rechtsradikaler Mob die Polizei angegriffen, die ein Aufeinandertreffen mit den 300 Sterne-Fans verhindern wollte.
Unter die insgesamt 510 Zuschauer hatten sich 60 zunächst unauffällige Nazis gemischt.

Unauffällig sieht anders aus. Wir erinnern nochmal an die schönen Transparente, die die Nazis damals entrollten: [Bericht vom Auswärtstspiel im Mai 2010]

Desweiteren sind die „Schildauer Jungs“, kein x-beliebige Provinz Jugendgang, sondern eine Kameradschaft mit „der längsten Kontinuität in der Region“. [Quelle: Situationsanalyse, Kulturbüro Sachsen]
Diese fahren übrigens auch gerne mal nach Tschechien um sich ihre Dosis Nazimusik abzuholen.[Liebesgrüße an die Schildauer Jungs bei Aryan Music (2004)]

Eine Wiederholung wollen die TSV-Verantwortlichen ausschließen.
„Wir hätten das Geld vom Roter-Stern-Spiel gut gebrauchen können. Aber wir haben auch Angst vor einem Vorfall wie im November hier gegen Radefeld, als uns danach das Sportgericht wegen eines angeblichen Zwischenrufs eines Zuschauers zu einer Strafe von 500 Euro verurteilte“, sagt Schildaus Stadionsprecher Lutz Herre.
Er stand in der Nähe des damaligen „Tatorts“, (mehr …)

Alexander L. – Prozessbericht (Berufungsverfahren)

Donnerstag, März 24th, 2011

Im Folgenden dokumentieren wir einen Prozessbericht aus dem Berufungsverfahren gegen Alexander L.

Urteil: 1 Jahr 6 Monate zu 3 Jahren auf Bewährung ausgesetzt.

Quelle: Indymedia (vom 24.03.2011)

Am 22. März 2011 fand vor dem Landgericht Leipzig ein weiteres Verfahren im Zusammenhang mit dem Überfall auf SpielerInnen und Fans des Roten Stern Leipzig am 24.10.2009 in Brandis (Landkreis Leipzig) statt. Diese waren damals von etwa 50 Neonazis und Hooligans aus offenkundig politischen Motiven u.a. mit Holzlatten und Eisenstangen angegriffen worden.
Der geständige Mittäter Alexander L., erstinstanzlich wegen u.a. gefährlicher Körperverletzung in drei tateinheitlichen Fällen zu einer Jugendstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten verurteilt, war in Berufung gegangen mit dem Ziel, sein Strafmaß auf eine Bewährungsstrafe zu reduzieren.

Zunächst verlas der Richter das am 17. Juni 2010 vom Amtsgericht Leipzig gefällte Urteil. Demnach war der im nahegelegenen Machern wohnhafte L. zusammen mit Steve H. am 24.10.2009 nach Brandis gefahren, um gegen 13:55 Uhr in einer etwa 40-köpfigen Gruppe den dortigen Fußballplatz ohne Bezahlung des Eintritts durch einen Nebeneingang zu betreten. Die teilweise Bewaffnung und Vermummung habe er ebenso gebilligt wie einen Ausruf aus der Gruppe: „Wir sind nicht zum Fußball hier! Wir haben andere Aufgaben!“ Der Mob aus Nazis und Hooligans folgte den flüchtenden RSL-Fans auf das Spielfeld, (mehr …)

Good night left side, Thor Steinar, Schenkenberg

Dienstag, Februar 15th, 2011

Am vergangenen Samstag war es soweit. Die RSL Fans durften ihr Team (1. Herren) in Schenkenberg bei ihrem ersten Punktspiel im neuen Jahr anfeuern.

Die Polizei wartete mit einer Überraschung auf. Und zwar mit einem größeren Aufgebot als sonst. Aufgrund des am folgenden Sonntag stattfindenden Naziaufmarschs in Dresden, waren wohl mehr als genug Beamte in Sachsen. Und so wurde das Spiel offensichtlich als „Lehrstück“ für die jungen Beamt_innEn genutzt. Diese standen am Einlass herum, oder durften davor in „Abmarschformation“ (in 2er Reihen hintereinander stehend) verharren. Dabei verhielten diese sich anfänglich zurückhaltend und kramten höchstens mal in den Rucksäcken der Zuschauer rum und filmten die von RSL Fans aufgehängten Banner ab.

Trotz der unmittelbaren Nähe Schenkenbergs zu Delitzsch, blieb der vermutete Andrang lokaler Nazis vorerst aus. Nach einer Weile kam dann auch die Zapfanlage, getragen von einem jungen Mann mit einer schicken Jacke. Vorne mit einem schicken T und S und hinten mit dem Schriftzug „Steinar“ bestickt. Erwartungsgemäß reagierten die Verantwortlichen für „Wurst und Bier“ mit Ignoranz, auf den Hinweiß das ihr Kollege Naziklamotten trägt.

[Ergänzender Kommentar] Ergänzend sollte aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass unser hübscher Bierkutscher nach Hinweis durch die RSLer von seinem Vereinspräsidenten dazu aufgefordert wurde, die TS-Jacke auszuziehen oder wegzubleiben. Er hat sich dann kurz verpisst und ne andere Jacke drübergezogen. Muss man dem Verein zu Gute halten. Waren die ersten auf unserer Tournee, die sich die Problematik in Ruhe angehört haben und entsprechend reagierten.


Der erfahrene Blick erkennt sofort: Das ist Markenware!

Gegen Ende der 1. Halbzeit gesellten sich dann 2 junge Männer zu den RSL Fans. Einer trug einen „Let’s fight left side“ Aufnäher auf der Jacke und wurde deswegen von umstehenden RSL Fans zum gehen aufgefordert. (mehr …)

Pressespiegel: Hallenturnier in Beilrode ’11

Donnerstag, Februar 10th, 2011

Berichterstattung zu den antisemitischen (Aus)Vorfällen:

dokumentierte (offline) Presseartikel:

  • Torgauer Zeitung (Januar 2011):
Nur Plattform für Chaoten?

Fußball (TZ/LAND). Angesichts des Großaufgebots an Polizei sowie Security in und um die Beilroder Ostelbienhalle geriet der Fußball am Samstagnachmittag fast zur Nebensache. Einmal mehr brach sich bei Spielen mit Beteiligung des Roten Sterns Leipzig der Stumpfsinn hohle Bahn: Ungefähr 30 Personen, die eindeutig dem rechten Spektrum zuzurechnen und teilweise vermummt waren, provozierten mit Gesängen weit unter der moralischen Gürtellinie wie „Ostdeutschland – Naziland.“

Einzig und allein dem besonnenen und bestimmten Auftreten des Turnierleiters des Sächsischen Fußballverbandes, Eberhard Sowa, der per Mikrofon klare Ansagen machte, und der Polizei war es zu verdanken, dass es „nur“ bei verbalen Scharmützeln blieb. Die Beamten räumten schließlich den Block, als die unterirdischen und menschenverachtenden Sprechchöre nicht verstummten. […]

und als wäre das alles nicht schlimm genug:

[…] Der gastgebende FSV Beilrode 09 musste zudem die kurzfristigen Absagen von Eilenburg und Taucha zur Kenntnis nehmen, sodass aus zwei Staffeln eine wurde.

  • Interview mit Torgaus Revierleiter Jens Galka in der Torgauer Zeitung (Januar 2011)

TZ: Konnten Sie den Einsatz als Erfolg verbuchen?
Jens Galka: Es war ein guter Einsatz. Das Turnier ist ohne große Störungen vonstatten gegangen.

Ohne große Störungen?
Mit den Veranstaltern war abgesprochen, dass wir den Außenbereich sichern und bereit stehen, wenn die Security-Kräfte in der Halle mit einer Situation überfordert sind. Das war der Fall, als eine Gruppe Jugendlicher sich vermummte und nazistische und antisemitische Parolen grölte. Daraufhin wurde beschlossen, diese Personen zu entfernen.

Das hat die Polizei übernommen.
Wir haben 36 Jugendliche aus der Halle gebracht und Platzverweise ausgesprochen. Die Jugendlichen haben auch keinen Widerstand geleistet, sodass alles gewaltfrei passieren konnte.

Gab es nach dem Rauswurf ein Nachspiel?
Drinnen und draußen ist ruhig geblieben. Das Turnier verlief von da ab ohne weitere Zwischenfälle. Allerdings müssen sieben der Störer mit Anzeigen rechnen.

Woher kamen die Störer?
Sie gehörten zu keiner Mannschaft, kamen zum Teil direkt aus der Gegend, oder waren von weit angereist.

Wie viele Kräfte waren im Einsatz, woher kamen sie?
Wir hatten 60 Kolleginnen und Kollegen aus dem Revier, der Polizeidirektion und der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Nach unseren Erfahrungen mit Spielen von Roter Stern auf hiesigen Plätzen waren wir gewarnt.

Wie lief die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern?
Problemlos. Es hatte bereits Ende Dezember Vorberatungen gegeben. Die Aufgaben war klar verteilt. Es herrschte auch Einigkeit, als es darum ging, die Störer aus der Halle zu bringen. Diese Grölereien warfen schließlich kein gutes Licht auf die Veranstaltung.

Wir sind hier nicht im Judenland

Montag, Januar 17th, 2011

Witterungsbedingt sind in letzter Zeit ja viele Spiele ausgefallen. Umso größer war die Freude bei vielen RSL Fans, auf das anstehende Hallenturnier in Beilrode. Beilrode bei Torgau. Da konnte mensch schon davon ausgehen, das sich lokale Nazis die Gelegenheit nicht entgehen lassen würden, den ewigen „Nörglern“ vom RSL eine Aufwartung zu machen.

In Beilrode machte uns aber zuerst die Polizei (Interview mit dem Einsatzleiter) mit 60 Beamt_innEn ihre Aufwartung. Wie so oft, gab es getrennte Zugänge. Der Hintereingang für den RSL und der Haupteingang für alle anderen. Zu „den Anderen“ zählte dann auch eine 36 Menschen zählende Ansammlung von Nazis aus Nah und Fern. (mehr …)

Zusammen singen in Dahlen

Dienstag, November 2nd, 2010

Wir sind ja nun mit einigen Erwartungen nach Dahlen gefahren. Da gab es Gerüchte über Nazis, die sich angekündigt hätten und auch die Spielweise der Dahlener war als eher „ungraziös“ bezeichnet worden. Wir wurden in beider Hinsicht überrascht.

Die Anfahrt dauerte ca. eine Stunde und endete in einer immer enger werdenden Straße schließlich am Bolzplatz, was sich schon an der massiven Polizeipräsenz ablesen ließ. Das wir auf dem richtigen Weg sein mussten, ließ sich aber auch schon ein paar Meter vorher, an den 5 Dorfnazis erkennen, die sich wohl geradewegs aus den 90ern zum Fußball begaben. Die Herren mit Glatze, Tarnmusterhosen und Bomberjacken und die Frauen mit bis auf den Pony kahl geschorenen Köpfen. Sollte wohl sowas wie eine Renee Frisur darstellen. Wir lachten herzlich und dachten noch „wie retro“.

Die Eingänge waren strikt nach RSL Fans auf der einen und „alle anderen“ auf der anderen Seite getrennt. Der Zustrom von Dahlener Fans riss nicht ab und darunter befanden sich dann auch tatsächlich verschiedene Grüppchen von Nazis. Diese riefen (mehr …)

Ein Jahr danach – das ist euch doch ganz Recht geschehen, ihr Zecken

Sonntag, Oktober 24th, 2010

Heute ist es genau 1 Jahr her, dass das Fußballspiel von Roter Stern Leipzig in und gegen Brandis, von ca. 50 Nazischlägern gezielt überfallen wurde. Einige Betroffene werden die physischen, wie psychischen Auswirkungen des Überfalls noch lange und zum Teil lebenslang mit sich tragen müssen. Einige Täter wurden schon verurteilt, andere warten noch auf ihren Prozess.
Und wärend sich hierzulande Brandistäter als „Security“ auf hiesigen Festivals oder beim Familienfest der LVB verdingen, werden Linke Fans in der Ukraine und Russland von Nazihools mit Äxten angegriffen.

Und immer, und immer wieder: „Politik raus aus dem Stadion“, „Die sind nicht von hier/haben wir hier noch NIE gesehen“, „Das schadet dem Ansehen des Vereins/der Stadt“, „…möchten wir sie als Verein darauf hinweisen, das wir keinerlei politische Äußerungen, inklusive Transparente mit politischen Äußerungen auf unserem Fußballplatz dulden werden“, „Man solle zwischen Politik und Fußball unterscheiden.“, „Ich kenne ihn nur als Fußballer und weiß nicht, was er in seinem privaten Leben macht“ und so weiter und so fort.

Ein Jahr danach: Heimspiel RSL gegen ESV Delitzsch. Es ist zweite Halbzeit. Fans des RSL entrollen eine Tapetenrolle. Auf der steht „24.10.09 – Never forget“. Es wird still unter den Fans. Das Spiel läuft weiter. Ein Delitzscher Spieler, der den Schriftzug liest, sagt zu einem RSL Spieler: „Das geschieht euch recht, Zeckenpack!“.

Wirgeben keine Ruhe